„Deutschland braucht wieder ein positives Narrativ für Unternehmer“

Shownotes

In dieser Folge von „For Professional Investors Only" ist Patrick Maurenbrecher zu Gast. Patrick Maurenbrecher, Gründer von Kontora Family Office und CIO der AlTi-Gruppe, spricht über Familienunternehmen, Unternehmertum, Regulierung und die Kunst, ein Family Office aufzubauen.

Worum es geht:

  • Unternehmertum in Familienunternehmen
  • Familienfeiern als Bindeglied von Generationen
  • Der Aufbau von Kontora Family Office
  • Unternehmerisches Denken im Family Office
  • Make or Buy: Was gehört ins eigene Haus?
  • Regulierung und Bürokratie im Asset Management
  • Deutschland als Unternehmerstandort
  • Entscheidungen treffen und Rückschläge verkraften

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00:00:02: Die Tatsache, dass man eben gemeinsam dort Großteil seines Vermögens gebunden hat hält einen Halt beieinander.

00:00:08: Egal ob man sich jetzt gut versteht oder nicht.

00:00:12: Wir haben alles in Haus gemacht also wir haben eigentlich bei wenigen Entscheidungen drüber nachgedacht, sourcen wir das vielleicht aus?

00:00:20: Man muss den Einstellen der sich dann um diesen bürokratischen Kram kümmert und hat dann vielleicht kein Geld um noch jemanden einzustellen, der auch nochmal nach einem neuen Kunden guckt.

00:00:29: Solange man stehen bleibt und auch Rückschläge verkraftet kann, kommt man auch nach vorne

00:00:43: Risiko-Hinweis.

00:00:44: Die Inhalte dieses Podcast beinhalten keine Kaufempfehlungen, sondern dienen ausschließlich der Informationen und Unterhaltung.

00:00:50: Es handelt sich dabei um keine Anlageberatung.

00:00:53: Und jetzt geht's los!

00:01:05: Ganz genau.

00:01:05: Die sitzen in Hamburg auch an einer sehr exponierten Stelle, kennst du das Nivea-Haus da?

00:01:09: An der Altstadt zwischen Junkwanschig und für Jahreszeiten?

00:01:13: Da sitzen die drüber!

00:01:15: Auch schon öfter mal drin gewesen.

00:01:16: Siehst

00:01:16: du im Niveahaus?

00:01:17: Ja.

00:01:18: Aber unten beim Einkaufen nicht.

00:01:20: Das ist doch

00:01:21: mein Family Office.

00:01:21: jetzt so weit es ist noch nicht...

00:01:22: Die sitzen ganz oben haben eine wunderbare Terrasse und kannst dir vorstellen wie geil die über die Alster gucken.

00:01:28: Der Patrick kommt aber aus der Unternehmerfamilie in NRW und wir haben so ein bisschen über ja auch über seine Herkunft gesprochen.

00:01:35: Das ist eine sehr große Familie, die hält auch unter anderem Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen dort in der Ecke.

00:01:40: Der hat erzählt wie man dieses Unternehmertum so'n bisschen aufgesaugt hat wenn man immer Partys und Feste mit der Familie feiert Und die Großmutter noch da ist Die Ur-Großmutter der Onkel, die Tante Also den ganz großen Kreis und das findet einen zweimal im Jahr statt Wahrscheinlich immer wieder die gleichen Muster.

00:01:56: irgendein Onkel ist denn knallt irgendwann betrunken vom Sessel Aber das war halt der verbindende Teil einer ganzen Großfamilie.

00:02:04: Ja, spannend!

00:02:05: Interessant ja auch wenn du sagst NRW dass wir so oft Gäste jetzt aus NRW haben also der Nicky Lange der war ja auch aus Essen auch Unternehmer-Familien dort und Family Officer irgendwie.

00:02:14: mein gut ist ein großes Bundesland aber irgendwie haben wir da eine hohe Gruppenrisiko

00:02:18: sind hier auch sympathische Menschen.

00:02:20: Wir sind ja beide auch mit zehn von zehn wenn es um Karneval geht.

00:02:23: So ist es.

00:02:24: Ich habe auch noch mit Patrick gesprochen über seine Zeit bei Contora, die Gründung und auch über die Frage was heute so eine Eigenleistung sein sollte.

00:02:34: Und wo man eher sagt ne das lass ich machen da gehe ich ins outsourcing.

00:02:38: Das ist ja eine Geschichte die hat uns hier in der Mediengruppe oft begleitet.

00:02:41: wir sind ja auch ganz wild quasi ins make gegangen und weniger ins buy.

00:02:46: Ja, ist auch eine interessante Frage die man sich jetzt natürlich in diesen ganzen KI-Zeiten auch stellt wo das alles sich so wahnsinnig schnell verändert.

00:02:52: Also willst du alles aufbauen?

00:02:54: Kannst du das überhaupt selbst wenn du es möchtest?

00:02:56: also bin ich auch der Meinung dass das nicht immer sinnvoll ist und dass man sich heutzutage vielleicht viel mehr lieber reinkauft.

00:03:01: spezialisierte Dienste

00:03:02: ja und bei einem Family Office kommt ihr auch noch dieser ganze regulatorische Schweinkam dazu, die sind ja durchreguliert wie eine Großbank.

00:03:09: Auf der anderen Seite schaffst du dir natürlich wenn du externe Sachen hast immer Risiken.

00:03:12: also jetzt nehmen wir mal zum Beispiel die V-Bank Sachen bin da nicht im Detail drin aber das war ein externer Dienstleister wo dann einen Datenleck kam.

00:03:19: und natürlich wenn Du das nicht intern hast hast Du solche Schnittstellen oder Risiken natürlich mehr wenn Du mehrere Dienstleiste hast?

00:03:26: Absolut!

00:03:26: Das gilt es abzuwägen.

00:03:28: Aber am Ende musst Du wahrscheinlich wie wir's hier auch tun sich ständig zwischen skalieren und standardisieren bewegen.

00:03:35: Und was denn quasi keine wertschöpfende Tätigkeit ist, das sollte wahrscheinlich von draußen kommen?

00:03:41: Aber spannendes Thema...

00:03:43: Moment Christoph!

00:03:44: Wir haben die Sterne vergessen.

00:03:45: Gib uns bitte fünf Sterne damit wir weiterhin mit so interessanten Menschen wie Patrick sprechen.

00:03:51: Und jetzt geht's los.

00:04:01: Patrick du kommst aus dem M&A Banking und bist jetzt Chief Investment Officer eines Family Offices Und hast eine Unternehmerfamilien herkunft.

00:04:11: Was waren für dich die prägenen Momente?

00:04:13: Oder fangen wir erst mal an, was hat denn deine Unternehmer-Familie gemacht?

00:04:16: Also das ist einer dieser reinischen Unternehmerclans mit ... Wir sind glaube ich also... Das ist dann immer weiter gestiegen.

00:04:23: Vierhundert, fünfhundert Gesellschaft da mittlerweile.

00:04:27: Aber was haben wir gemacht?

00:04:28: Also, wir waren diversifiziert.

00:04:30: Wir haben Steinbrüche betrieben oder so noch heute noch.

00:04:33: dann eine Marke die ist ein bisschen bekannter als das Zwilling.

00:04:36: also es heißt wir haben Messer und Töpfe und sowas gemacht Und dann haben wir auch Finanzdienstleistungen gemacht.

00:04:42: da gibt's einen Unternehmen in Köln Das heißt ABC Leasing.

00:04:45: So Leasing & Factoring sind da so Themen.

00:04:48: aber es gab auch mal Mühlen, wir haben auch mal Mühlen betrieben Und ja, also dann gibt es eine, auch eine Bank.

00:04:55: Bank elf die Mat-Auto Finanzierung und sozusagen dieser klassische diversifizierte Familienkonzern kann man sagen der heute in der siebten Generation steht

00:05:04: kam für dich irgendwann mal etwas anderes infrage als selber Unternehmer zu werden?

00:05:09: Also das ist nicht dass ich von Von vornherein dachte ich, kann das oder möchte das unbedingt machen.

00:05:16: Ich habe nach der Schule Wirtschaftswissenschaften studiert von daher war schon das Interesse grundsätzlich da.

00:05:23: aber mir war halt sehr bewusst dass es gar nicht so einfach ist als Unternehmer die Verantwortung für all diese Themen dann zu tragen und deswegen war also ich nach der Uni gestartet hab stand bei mir im Vordergrund dass ich halt erstmal verschiedene Sachen sehen will und lernen um dann auch das Gefühl zu haben, dass ich so eine Aufgabe gewachsen sein könnte.

00:05:43: Wo hast du denn in den Schulferien gearbeitet?

00:05:45: im Steinbruch oder im Auto-Leasing?

00:05:47: Beides nicht!

00:05:48: Also ich habe ehrlicherweise eben im Eigenunternehmen keinen... oder in dem Familienunternehmen, so muss man ja richtig sagen, hab' ich keine Praktika gemacht.

00:05:56: also ehrlicherweise damals, also auch zur Schülerzeiten und so da war ich da auch noch nicht so interessiert.

00:06:01: Da waren meine Interessen woanders.

00:06:03: Wenn man mit Unternehmerkindern unserer Generation spricht, dann ist da vielfach eine leicht verklärte Erinnerung an die Vergangenheit das die Eltern quasi immer gearbeitet haben.

00:06:14: Was hast du denn als prägenste Erfahrung aus deiner Zeit mitgenommen?

00:06:19: Also vielleicht da muss man sagen, das ist halt eine sehr große Familie.

00:06:22: Das heißt die Situation war nicht so dass jetzt meine Eltern selber im Unternehmen gearbeitet hätten ganz im Gegenteil.

00:06:28: Die haben ganz andere Sachen gemacht.

00:06:29: aber für mich was sehr prägend war weil durchaus diese großen Familienfeste die wir immer hatten also es gab halt immer Weihnachten bei der Urgroßmutter gab'sen fest und bei der Großmutter Gabsenfest Und von daher, das waren immer diese großen Zusammenkünfte.

00:06:43: Wo die ganzen Verwandten da waren und dann waren da immer diese ganzen Onkels und Tanten, die einem eben die Welt erklärt haben.

00:06:51: Das war für mich jetzt gar nicht so, dass mich das so angesprochen hat.

00:06:55: aber was ich immer super fand, war halt die ganzen Kussinen und Cousinen mit dem man sich dann da relativ frei auf diesen Festen bewegen konnte, weil die Eltern waren ja anderweitig beschäftigt und dann konnten wir eigentlich machen was wir wollten so mehr oder weniger.

00:07:07: Und das ist etwas, was ich unheimlich positiv erinnere.

00:07:11: von daher... Das Interessante ist jetzt wenn ich auf meine eigene Historie da gucke also Es gibt ja durchaus viele Familien, die sehr groß sind.

00:07:21: Aber wenn es eben nicht dieses gemeinsame Unternehmen gibt oder diesen gemeinsamen Konzern dann fliegen diese Beziehungen schneller auseinander.

00:07:28: und die Tatsache dass man gemeinsam dort Großteil seines Vermögens gebunden hat hält ein Halt beieinander egal ob man sich jetzt gut versteht oder nicht.

00:07:37: Und für mich als Kind war das einfach total positiv, dass es da diese Welt gab mit all diesen Gleichalträgen eigentlich.

00:07:45: Und dann hat man eher hingenommen, dass ist dann auch immer dieser Onkels gehabt, die haben alle sehr erklärt haben und man dachte manchmal, sorry hast du jetzt schon so oft gehört?

00:07:53: Aber es gehörte dann irgendwie dazu... Ja, ist dann eher so ja das halt dieser schrullige Onkel oder der.

00:07:59: Oder jetzt kommt er wieder und sagt das?

00:08:02: Jetzt kommen die Tante so und so und sagt wieder na weiß wie ich heiße und so.

00:08:07: Führt ihr die Partys heute noch fort?

00:08:09: Also durchaus gibt es nach wie vor die Zusammenkünfte allerdings sind die weniger geworden.

00:08:14: also natürlich Die Urgroßmutter ist verstorben mittlerweile.

00:08:17: das heißt solche Art Weihnachtsfeiern gibt's in der Form nicht mehr.

00:08:20: Aber es gibt halt nach wie vor Familienfeiern, die eben sehr regelmäßig stattfinden im kleineren und größeren Rahmen.

00:08:27: Also das ist halt meine Großmutter hat da... Das waren halt sieben Geschwister!

00:08:31: Und von daher kann man sich auch vorstellen, wie groß die Familie dann war.

00:08:34: Und das gibt es nach wie Vor und das empfinde ich auch als wahnsinnig bereichert und wertvoll.

00:08:41: Du warst hier im Vorstand der Familienunternehmer auch aktiv?

00:08:46: Was is deine Botschaft an junge Unternehmer und Familienunternehmer im Speziellen.

00:08:51: Also der Grund, warum ich mich da engagiert habe ist das was mir in Deutschland jetzt ich will ja nicht politisch werden aber was mir halt fehlt es einfach ein positives Narrativ zu Unternehmern.

00:09:03: Und meine Sicht ist eben dass der ganze Wohlstand den wir hier haben der liegt eben nicht an irgendwelchen Politikern oder so, die besonders schlau sind.

00:09:11: Sondern das Licht halt an den Unternehmern ehrlicherweise.

00:09:14: und trotzdem haben wir hier so eine wahnsinnig negative sehr neidgeprägte Debatte über Unternehmer und die Reichen und irgendwie die Beuten die anderen aus und damit will ich gar nicht sagen dass alle Unternehmer alles richtig machen.

00:09:26: aber so einer Art Wertschätzung für die Leistung, die gibt es eigentlich zu wenig.

00:09:31: Und meine Sicht darauf war ich, ich will dann mich nicht nur darüber beschweren sondern dann will ich mich auch ein bisschen engagieren und deswegen bin ich in den Verband eingetreten und habe da eben dann auch etwas dazu getan weil der Verband der Familienunternehmer aus meiner Sicht wirklich eine sehr positive Rolle in diese Richtung spielt und da hab' ich mir ein bisschen

00:09:48: engagiert.".

00:09:49: Wie ist es um das Unternehmertum in Deutschland jetzt mal abseits der Neiddebatte aktuell bestellt?

00:09:56: Also ich weiß nicht, ob ich der richtige bin dazu zu sprechen.

00:09:58: Aber meine Sicht ist halt das die Rahmenbedingungen unternehmerisch zu agieren eigentlich immer eher schlechter und schlechter werden.

00:10:07: Und ich will nicht in dieses Horn stoßen mit diesen alles wird schlecht und geht den Bach runter.

00:10:11: aber es fällt mir doch zunehmend etwas schwerer einen positiven Outlook zu haben weil also ich kann da nur die Schlagworte auch nennen, die man eben immer hört, weil sie auch stimmen Und ja, sozusagen es werden einfach immer mehr Knüppel in den Weg geworfen um eben zu gestalten.

00:10:31: Das ist halt einfach schwierig und ich kann's ja nur sagen in meiner jetzt eigenen unternehmerischen Aktivität.

00:10:38: also ich bin ja nicht in das Familienunternehmen eingetreten sondern habe dann mit Stefan Buchwald zusammen Kantora Fömmeli aufs Aufgebaut.

00:10:46: und das war halt diese klassische gebootstrappede Geschichte von Null aus dem operativen Cash-Low dieses Unternehmen eben zu entwickeln, zu dann ungefähr achtzig Mitarbeitern.

00:10:59: und das ist halt diese klassische Geschichte.

00:11:02: Wir haben da nie zum Beispiel irgendwelche Dividenden oder irgendwelches Gelder aus dem Unternehmer nehmen können weil wir es eben operativ immer wieder ins Geschäft gesteckt haben um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen.

00:11:13: Und jetzt sind wir ja viel dann auch auf der Investmentseite unterwegs.

00:11:17: Das heißt wir waren sehr in diesem regulierten Geschäft haben also eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft gegründet, die dann auch eben von der Bankenaufsicht sozusagen überwacht wird.

00:11:27: Und das ist schon irre wenn man sich vor Augen führt welchen Regularien man dann ja sich unterwirft.

00:11:35: Also im Nachhinein wenn Stefan und ich vorher gewusst hätten was da auf uns zukommt Ich weiß gar nicht, ob wir so eine Kapitalverwaltungsgesellschaft wieder gegründet haben.

00:11:44: Heute freuen wir uns natürlich weil es ist wirklich kompliziert und für jede Essertklasse braucht man eine eigene Lizenz.

00:11:53: Vehikel sind, die man dann berät.

00:11:55: Sind wieder andere Lizenzen und dann kommen die ganzen EU-Regulierungen und die haben sicher ursprünglich alle auch irgendwie einen guten Sinn.

00:12:03: aber ob das nun Sachen sind wie Dora?

00:12:06: Und was es da alles für schöne Dinge gibt?

00:12:08: Da fühlt es sich zum Teil für uns wirklich so an dass wir ja wir müssen als kleines mittelständischen Unternehmen teilweise haben wir den anderen fast die gleichen Anforderungen erfüllen wie eine Großbank Und das bringt einen um und irgendwie.

00:12:20: man muss dann drüber nachdenken, wen kann man denn jetzt wieder einstellen?

00:12:23: Dann ist das halt tendenziell jemanden.

00:12:25: Man muss den einstellen der sich dann um diesen bürokratischen Kram kümmert und hat dann vielleicht kein Geld, um noch jemanden einzustellen, der auch nochmal nach einem neuen Kunden guckt ist halt wirklich beschwerlich einfach.

00:12:38: Und fragst ja nach und sagen, wie ist es als Unternehmer?

00:12:40: Ich meine, es gibt ja viele regulierte Bereiche und wenn man diese Regularien erfüllt, ist das auch ein gewisser Schutz vor Wettbewerb.

00:12:48: durchaus weil dann ist man derjenige der das dann darf.

00:12:50: andere dürfen es vielleicht nicht.

00:12:52: also ob ich jetzt Lebensmittel produziere oder solche Sachen betrifft das ja auch aber es ist schon zunehmend schwierig solche Sachen eben von null aufzubauen.

00:13:02: kann man zumindest in anderen Ländern sehen, dass da die Hürden wesentlich geringer sind um sich dann auch mal auszuprobieren oder wirklich was versuchen aufzubauen.

00:13:10: Ihr seid im Zwischen Teil der Altigruppe also einer internationalen wenn man so will.

00:13:15: holt den Gesellschaft unter einem Dach einer internationellen Gesellschaft.

00:13:19: kannst du denn gleich wohl dem Nachwuchs der vielleicht irgendwann mal aus der Bank raus möchte in ein Family Office doch etwas Mut machen sagen wagt diesen Schritt.

00:13:28: es ist zwar ein Unternehmerisches Wagnis angesichts der Regulierung und Verweitung Aber du hast vielleicht eine freire Entscheidungsvielfalt?

00:13:35: Auf jeden Fall.

00:13:35: Also für mich persönlich kann ich das nur sagen, gibt es nichts Schöneres als Unternehmer zu agieren.

00:13:41: und das ist ganz toll weil man wenn man sich morgens was überlegt und sagt also wir könnten vielleicht mal in den Bereich gehen und das versuchen oder dies ausprobieren dann kann man das ja machen.

00:13:52: Dann muss man nicht durch irgendwelche Gremien oder braucht irgend wen anders wie man das machen sollte, sondern man kann es einfach ausprobieren und wenn man dafür eine Nachfrage findet dann wird man also solange man stehen bleibt und auch Rückschläge verkraften kann.

00:14:08: Dann kommt man auch nach vorne.

00:14:10: Also da unterscheidet sich jetzt unsere kleine Geschichte, sage ich mal auch nicht von irgendwelchen großen Geschichten.

00:14:15: Wo sozusagen irgendwelche Milliardenkonzerne entstanden sind das ist ja in unserem Fall nicht so.

00:14:21: aber die Grundthematik etwas aufzubauen zwischendurch mal etwas nicht hinzukriegen Rückschläge einzustecken und dann aber am Ende doch sag' ich mal erfolgreich zu sein und zu überleben Das ist wahnsinnig befriedigend!

00:14:33: Und das kann ich jedem nur empfehlen.

00:14:36: Und manchmal hatte ich den Andruck beim Hausbauen, da sagt man ja immer.

00:14:40: Also wenn man mal ein Haus gebaut hat also das zweite wird dann richtig gut.

00:14:43: Da habe ich mich manchmal dran erinnert gefühlt Wenn ich dachte also wenn ich jetzt nochmal in vorne loslegen würde Dann wüsste ich was ich zum Beispiel mir sparen kann.

00:14:51: Nimm uns mal mit Was sparst du dir für einen Family Office?

00:14:55: Na sagen wir mal so wie unsere Philosophie war Jetzt für unser spezielles Geschäftsmodell Immer dass wir alles selber gemacht haben Wir haben alles in Haus gemacht.

00:15:02: Also wir haben eigentlich bei wenigen Entscheidungen drüber nachgedacht, sourcen wir das vielleicht aus?

00:15:06: Ich gebe mal ein Beispiel die Finanzbuchhaltung haben wir komplett selber gemacht sowohl für unser eigenes Unternehmen als auch für die Investments, die wir betreut haben, hatten wir dann extra Finanzbuchhalter eingestellt, die diese ganze Buchhaltung gemacht haben um das dann entsprechend wiederum den Mandanten zur Verfügung stellen zu können, die das wiederum brauchen für ihre eigenen Steuererklärungen oder Jahresabschüsse.

00:15:28: Und da ist auf dem Weg.

00:15:30: dann haben wir durchaus gelernt, das sind Fragen.

00:15:33: Da kann man auch mal drüber nachdenken.

00:15:34: Da gibt es professionellisiert Outsourcing-Dienstwässer die das für einen übernehmen und deswegen haben wir dann zum Beispiel letztes Jahr uns dann entschieden die Finanzbuchhaltung für die Fonds zum Beispiel nicht mehr selber zu machen.

00:15:45: Das ist jetzt so ein Beispiel Wo ich bewusster entscheide, was sind diese klassischen Make-up by Entscheidungen?

00:15:50: Was mache ich selber.

00:15:51: Wo bin ich auch selber vielleicht wirklich exzellent?

00:15:54: und was sind eher Sachen die ich zukaufe?

00:15:57: weil dann kann ich mich mehr um die Sachen kümmern wo ich den Unterschied ausmachen kann.

00:16:01: Und bei für Ernst Buchhaltung das ist Brot und Puttergeschäft.

00:16:03: Das kauft man dann eben ein.

00:16:05: also um dieses Beispiel mal zu nutzen.

00:16:07: Um nochmal abschließend auf deine Vergangenheit zu kommen wie bist du denn als Rheinländer hier in Hamburg unterwegs?

00:16:14: Was macht denn das Hansi Artenthum mit dir?

00:16:17: Wer hat es mit dir gemacht?

00:16:19: Vielen Dank für die Frage, weil das ist sehr counterintuitive.

00:16:22: Man sagt ja allgemein oder in Deutschland herrscht sozusagen die Meinung also die Rheinländer sind ja so fröhlich und heißen einen immer so willkommen und die Norddeutschen sind so kühl.

00:16:32: und jetzt muss man sagen Gebürtig bin ich ja aus Köln und hab dann aber auch schon in Düsseldorf gelebt, was ja schon für den Kölner eigentlich eine absolute Unmöglichkeit ist.

00:16:43: Und daher glaube ich habe ich da schon verschiedene Sachen ausprobiert.

00:16:46: Für mich selber, was das Hanseatische angeht muss ich sagen Ich habe mich in Hamburg immer wahnsinnig willkommen geheißen gefühlt.

00:16:52: Das war schon bevor ich hier gelebt habe und das Thema mit Stefan gemacht habe und wahrscheinlich helfen Kinder auch.

00:16:59: Aber was mir halt immer wahnsinnig gut gefallen hat hier So bleibt es einfach dieses sehr straighte, der Norddeutschen.

00:17:08: Also ich sage schon das was ich meine und denke in der Regel und ist jetzt sehr holzschnitzartig.

00:17:14: aber ich habe das durchaus so erlebt und wenn wir uns dann auch ein bisschen kennengelernt haben dann kann ich mich auch total auf dich verlassen egal ob das jetzt sag mal im beruflichen oder im Kindergarten oder so.

00:17:26: und ich hätte früher durchaus gedacht dass ich mal zurückziehe ins Rheinland.

00:17:29: aber das macht dann über die Jahre schon etwas mit einem da mir das heute eher nicht mehr vorstellen kann und wirklich sehr zufrieden hier in Hamburg lebe.

00:17:39: Und ich finde die Stadt halt auch einfach für unser Geschäftsmodell ehrlicherweise aus super geeignet, weil dieses hanseatische Kaufmännische ist etwas was man im Rest von Deutschland durchaus als neutral angenehm für diese Rolle des übergreifenden Vermögensmanagers schätzt.

00:17:58: In vielen anderen Orten in Deutschland gibt es dann immer doch irgendwen, der das als nicht so passend empfindet.

00:18:04: Also man wird immer jemanden finden, der München nicht mag oder der sagt Berlin kommt nicht in Frage.

00:18:10: Mein Familie sitzt nicht in Berlin und im Rheinland natürlich genauso.

00:18:14: Und diese Abstoßungseffekte gibt es für das Geschäftsmodell-Familyoffice in Hamburg glaube ich nicht.

00:18:21: Das ist ein Windfall Prophet.

00:18:23: wir haben das ja nicht bewusst gemacht sondern das ist sozusagen also Stefan kommt ja auch nicht ursprünglich aus Hamburg und deswegen haben wir da glaube ich einfach nur Glück gehabt.

00:18:31: Ich habe länger in Köln studiert und gearbeitet, würde heute noch sagen das ist so was wie meine Herzensheimat obwohl ich aus Hamburg komme.

00:18:37: Erkennst du unterschiedliche Kundenwünsche aufgrund ihrer regionalen Färbung?

00:18:42: Ist der Rheinländer im Portfolio auch ein bisschen Objekt?

00:18:45: Ne, ich würde da sogar einen Schritt weitergehen.

00:18:47: also unsere Mandanten sind ja eigentlich alles Unternehmer aus Deutschland und Österreich.

00:18:53: Aber ich habe auch mit Unternehmern aus USA zu tun oder auch aus Asien, also es gibt schon bestimmte Charakteristika die dem Unternehmer muss jetzt mal so sagen den man dem zuschreiben kann und das ist relativ unabhängig davon wo er herkommt.

00:19:08: und wenn ich mal eine Sache sagen kann viele erfolgreiche Unternehmer hab' ich festgestellt sie sind sehr schnell darin Sachverhalte zu erkennen die Top drei Themen oder die top wichtigsten Aspekte, oder die Top Risiken sofort zu erkennen und dann daraus sofort eine Handlung abzuleiten.

00:19:29: Also dann auch zu entscheiden also so mit mit siebzig bis achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit das reicht dann auch.

00:19:35: und jetzt entscheide ich und mache Ich so wenn es halt schief geht okay Dann mache ich ne neue Entscheidung und dann fange ich wieder neu an.

00:19:41: Da unterscheidet sich der Hamburger, der Münchner, der Kölner und der Frankfurter kein Stück aber auch nicht jemand aus Milano oder Wien.

00:19:49: Und das ist vielleicht so ein Learning was mich auch ein bisschen überrascht hat.

00:19:53: also... ...und die Portfolien haben mit der Kultur ehrlicherweise sehr wenig zu tun.

00:19:58: Also ich habe ja auch über den Alti-Kollegen.

00:20:02: jetzt zum Teil kriege ich auch ein bischen mit wie andere Familien aus anderen Weltregionen investieren.

00:20:08: Wie soll ich sagen?

00:20:08: Nordamerikaner haben tendenziell etwas das höheren Anteil ein Hedgefans zum Beispiel.

00:20:13: Aber da gibt es nicht grundsätzlich Riesenunterschiede und dann in Deutschland schon mal gar

00:20:17: nicht.

00:20:17: Wunderbar, vielen Dank lieber Patrick für das Gespräch!

00:20:20: Ich danke dir Malte.

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