Factor Investing: Warum echte Diversifikation unter der Oberfläche beginnt

Shownotes

Worum geht es?

Viele Anleger fühlen sich mit einem globalen ETF breit diversifiziert. Doch stimmt das wirklich? In dieser Folge von For Professional Investors Only erklärt Philip Wobst, warum Portfolios oft deutlich stärkere Faktor-Risiken aufweisen, als es auf den ersten Blick scheint.

Gemeinsam sprechen wir über die wissenschaftlichen Grundlagen des Factor Investings, die Bedeutung von Value-, Size- und Momentum-Faktoren sowie über aktuelle Entwicklungen bei Private Markets, ELTIFs und aktiven ETFs.

Die Themen im Überblick:

  • Was steckt hinter Factor Investing?
  • Welche Faktoren sind in der Praxis wirklich relevant?
  • Warum erleben Value-Aktien ein Comeback?
  • Wie entstehen Klumpenrisiken in ETF-Portfolios?
  • Welche Rolle spielen Momentum-Strategien?
  • Private Markets und ELTIFs – Chance oder Hype?
  • Warum aktive ETFs erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

Über den Gast: Philip Wobst ist Leiter Portfoliomanagement bei der BAUER Vermögensverwaltung in Münster und bringt einen quantitativen Hintergrund aus einem Master in Finance mit, mit dem er Faktorrisiken analysiert und Portfolios robust über wechselnde Kapitalmarktsituationen hinweg zusammenstellt. Er gilt als Pionier bei der Integration semi-liquider Privatmarktfonds in vermögensverwaltende Mandate und setzt dabei bewusst auf Evergreen-Produkte.

For Professional Investors Only ist der gemeinsame Podcast von DAS INVESTMENT und dem Private Banking Magazin.

Risikohinweis: Die Inhalte dieses Podcasts beinhalten keine Kaufempfehlungen, sondern dienen ausschließlich der Information und Unterhaltung. Es handelt sich nicht um Anlageberatung.

Transkript anzeigen

00:00:01: Factor Investing kommt aus der Wissenschaft genauer gesagt, als dem Asset Pricing.

00:00:05: Wenn wir mal ein paar Jahrzehnte zurückgehen dann hat diese Forschung letztendlich begonnen um zu erklären wie sich Renditen von diversifizierten zum Beispiel Aktienportfolios bewegen.

00:00:17: was dazu ergänzt wurde sind weitere Risikodimensionen und hat erkannt es gibt nicht nur Marktrisiko Es gibt auch Risiken die zb vor allem Unternehmen haben oder auszeichnen, die eine besonders günstige Bewertung relativ zu ihrem Buch wert haben oder die besonders klein sind.

00:00:33: Das ist einmal der Value-Faktor und einmal der Size-Fektor.

00:00:44: Risikohinweis Die Inhalte dieses Podcasts beinhalten keine Kaufempfehlungen sondern dienen ausschließlich der Information und Unterhaltung.

00:00:51: Es handelt sich dabei um keine Anlageberatung.

00:00:54: Und jetzt geht's los!

00:00:55: Moin, Christoph.

00:00:56: Hey Malte!

00:00:57: Wie geht es dir?

00:00:58: Ach alles wie immer bestens.

00:00:59: Na sehr schön das freut mich zu hören.

00:01:01: Christoph ich hatte Besuch hier und zwar war da der Philipp Wobst.

00:01:06: Philipp Wubst wohnt hier in Hamburg ganz bei uns um die Ecke ist Leiter Portfolio Management bei der Bauer Vermögensverwaltung... Die

00:01:14: vom

00:01:14: Verlag?!

00:01:15: Nein nicht, nee dieses nicht.

00:01:19: nein die Bauer-Vermögens Verwaltung wird aktuell geführt von den Brüdern Guido und Stefan.

00:01:27: Und gegründet wurde sie vom Senior.

00:01:30: Und das ist eine recht größere, recht große Vermögensverwaltung eben ein bisschen im ländlichen Münster.

00:01:37: Und der Philipp hat in Münster studiert, hat da auch gearbeitet, ist dann aber vor ein paar Jahren jetzt nach Hamburg gezogen.

00:01:42: Er leitet eben aber Remote – und manchmal eben auch in München die Vermögenverwaltung bzw.

00:01:47: das Portfolio-Management derselbe.

00:01:50: Und er ist sehr interessiert an Faktorenbieten!

00:01:53: Also Momentum, Value und die ganzen Themen.

00:01:56: Ganz genau da gibt es wahnsinnig viele Absuchtviele.

00:02:00: Hunderte wo man sich denn auch fragen kann ja meine Güte das wenn du die alle irgendwie berücksichtigt aufstiebst also hast wir überhaupt kein Grenznutzen.

00:02:07: Hast du

00:02:07: überhaupt noch einen Unterschied?

00:02:09: Genau dann ist es völlig egal.

00:02:10: am Ende des Tages aber ein gutes Dutzend an Faktorstrategien wenn du so willst.

00:02:16: Die haben schon quasi ihre Daseinsberechtigung und es ist ja schon interessant.

00:02:21: im Endeffekt wenn es um size geht, also die Größe eines Unternehmens.

00:02:25: Momentum ist interessant Value auch eine Geschichte wo du sagst alles klar jahrelang nicht gelaufen dann kommt irgendwann mal wieder zurück.

00:02:33: Also man erkennt daran so ein bisschen wie es um die unterschiedlichen Unternehmen und entsprechende Fonds weltweit so beschaffen ist.

00:02:41: Das finde ich ja sehr spannend.

00:02:42: macht er das auf einer Fond-Ebene oder macht der das auf Aktienebene auch?

00:02:47: Er macht das auf ner Fond Ebene.

00:02:48: Also das ist eher eine Vermögensverwaltung, aber sie machen es in der Regel auf Fong-Ebene und sie ergänzen das nicht nur auf der Faktorebene sondern auch die aktuellen Private Markets werden auch allokiert.

00:03:02: Und dann geht es eben auch um die einzelnen Faktoren der eher illiquiden Assets.

00:03:07: Das finde ich ja auch interessant weil du hast ja gar nicht so ne Datenlage wie bei der klassischen Fongwelt in der Private Market Welt eigentlich

00:03:12: oder?

00:03:13: Nein überhaupt nicht!

00:03:13: Du hast ja auch kaum ... So viele Datenpunkte am Ende des Tages gibt ja auch keinen... Also ich weiß,

00:03:18: dass Prequin da von BlackRock und so natürlich relativ weit vorne ist.

00:03:21: Da gibt es nur ein, zwei.

00:03:23: Und das sprecht ihr aber auch drüber?

00:03:24: Darüber sprechen wir auch!

00:03:26: Ja dann würde ich sagen hören wir da doch mal rein

00:03:27: oder?!

00:03:28: Auf jeden Fall vorher noch bewertet uns gerne auch mit der fünf Sterne Thematik wie's im der Fondsselektion hier auch der Fall ist.

00:03:35: Jetzt haben wir das schon so oft hier gemacht.

00:03:37: Das müssten wir mittlerweile eigentlich alle gemacht haben.

00:03:39: wenn nicht, dann wirds jetzt Zeit!

00:03:40: Hopp hopp gute Unterhaltung!

00:03:53: sprechen heute über Faktor Investing.

00:03:57: Das klingt erstmal verhältnismäßig, sperrig und es klingt nach Wissenschaft?

00:04:03: Worüber reden wir da genau?

00:04:05: Ja hallo Malte du hast vollkommen recht!

00:04:08: Es klingt noch Wissenschaft.

00:04:09: aber ich kann dich beruhigen das ist keine Rocket Science.

00:04:12: Factor Investing kommt aus der Wissenschaft genauer gesagt, als dem Asset-Pricing.

00:04:17: Wenn wir mal ein paar Jahrzehnte zurückgehen dann hat diese Forschung letztendlich begonnen um zu erklären wie sich Renditen von diversifizierten zum Beispiel Aktienportfolios bewegen und man hat versucht die Muster dahinter zu erkennen die Faktoren zu finden die das erklären und das einfachste Modell was wahrscheinlich die Anermeisten kennen dass ist das Capital Asset Pricing Model das CAPM und das nutzt den so bekannten Marktfaktor Aktienbewegung zu erklären.

00:04:44: Und wenn man dieses CAPM nimmt, dann sieht man... Wenn ich langfristig Marktrenditen beobachte, dann kann ich häufig schon so achtzig bis neunzig Prozent dieser Schwankungen der Kurse damit erklären.

00:04:55: und dann haben wir eigentlich auch schon seinen ersten Faktor und wichtigsten Faktoren gefunden, den Marktfaktor.

00:04:59: Und was letztendlich dazu ergänzt wurde sind weitere Risikodimensionen.

00:05:03: Man hat erkannt es gibt nicht nur Marktrisiko, es gibt auch Risiken die zum Beispiel vor allem Unternehmen haben oder auszeichnen, die eine besonders günstige Bewertung relativ zu ihrem Buch wert haben oder die besonders klein sind.

00:05:16: Das ist einmal der Value Faktor und einmal der Size Faktur.

00:05:18: Und wenn wir das in diese Modelle mit aufnehmen dann sehen wir können noch viel mehr von diesen Rendite Bewegungen erklären.

00:05:24: Das ist aus wissenschaftlicher Perspektive spannend, aber auch für uns als Investoren.

00:05:28: Es ist total interessant weil wir gleichzeitig sehen dass diese zusätzlichen Faktoren im Vergleich zum Marktrisiko auch noch zumindest in der Vergangenheit eine zusätzliche Rendite geboten haben und das macht es natürlich sehr spannend!

00:05:40: Du hast jetzt gerade zwei Faktore benannt einmal Größe und einmal stückweit auch den Faktor Wert und kann man ja sagen... Man spricht hier von unterbewerteten Unternehmen oder unterbewehrteten Aktien die zu Recht Unterbewettet sind, weil das Unternehmen schlichtweg nicht so wertvoll ist wie es vielleicht suggeriert.

00:06:00: Andere Unternehmen sind niedrig bewertet, weil der Markt eben nicht erkennt was für eine Perle das ist.

00:06:06: Liege ich da richtig?

00:06:07: Absolut!

00:06:08: Das ist ein ganz wichtiger Einflussfaktor auf diese Konstruktion des Value-Faktors wenn man so will und in der naivsten Definition ist es genauso gemessen.

00:06:17: Ich schaue mir den Preis an relativ zu einem Bilanzmaß zum Beispiel dem Buchwert.

00:06:23: Dabei laufe ich aber genau diese Gefahr, dass ich Aktien kaufe die tatsächlich zu recht günstig sind weil es Probleme gibt die diesen Preis rechtfertigen.

00:06:31: Man löst das in der Praxis häufig indem man nicht nur auf den Preis schaut sondern auch auf einen Cashflow-Maß auf etwas was quasi die zukünftigen Attragchancen... ...in diese Gleichung hineinbringt.

00:06:42: und wenn ich dann den Preis relativ zum einem Cashflow im Verhältnis setze mit welcher Kennzahl auch immer Dann kann ich tatsächlich sehr gut dieses Problem eingrenzen und besser die Unternehmen finden, die wirklich günstig bewertet sind.

00:06:55: Aber trotzdem langfristig attraktiv sein können.

00:06:57: Nimm uns mal ein bisschen mit was gibt es noch für Faktoren?

00:06:59: Es gibt tatsächlich hunderte Faktor.

00:07:01: Und es gibt einen ganzen sogenannten Fektorsum, die über die Jahre immer wieder erforscht worden sind.

00:07:06: Man kann aber sagen aus praktischer Perspektive kann das Ganze verdichtet werden auf eine Handvollfaktoren, die richtig relevant sind, die letztendlich dann auch die Hunderten, die da noch kommen zu großen Teilen wirklich erklären.

00:07:18: Für uns aus der Portfolikonstruktion heraus ist es deswegen wichtig, dass wir uns auf die drei vier fünf wesentlichsten Faktoren beziehen.

00:07:26: Die auch investierbar sind, die sauber kombinieren und nicht verzetteln.

00:07:30: Viele der Faktor sind temporär, sind nicht empirisch dauerhaft vorhanden.

00:07:35: Deswegen ist hier deutlich weniger mehr.

00:07:38: Nehmen Sie mal nochmal ein bisschen mit auf diese granulare Ebene, der etwa eindutzend.

00:07:45: Die wichtigsten Faktoren sind sicherlich der Marktfaktor zu Beginn, den wir alle ausgesetzt haben wenn wir in Aktien investieren.

00:07:50: Der Value-Faktor ist sehr bekannt, der Size-Fektor kleine Unternehmen.

00:07:55: es gibt dem Momentum-Faktor das sind in der Regel Aktien mit einem besonders stabilen Preis Trend und darüber hinaus gibt es mehr.

00:08:01: es gibt zum Beispiel Low Risk-Fktoren das sind Unternehmen mit einer besonders defensiven Wertentwicklung langfristig.

00:08:08: aber da beginnt auch schon die Debatte.

00:08:10: manche Wissenschaftler sagen, das lässt sich erklären anhand des Value-Faktors.

00:08:14: Andere sind da offener und so ist es dann tatsächlich immer eine wissenschaftliche und empirische Debatte wie viele Faktoren man braucht.

00:08:20: aber diese vier bis fünf Faktor sind tatsächlich dazu in der Lage den allergrößten Teil der Variationen Aktienagrandieben zu

00:08:26: erklären.".

00:08:27: Du bist dafür verantwortlich Portfolios quasi zu bestücken wenn du über ein Aktienportfolio schaust und man würde jetzt den Namen des Unternehmens schwärzen.

00:08:40: Kennzahlen oder diese Faktoren, die drücken sich ja auch in Kennzahlen im Zweifelsfall aus.

00:08:45: Würdest du anhand von vier fünf Kennzahlern denn sagen können hier haben wir es mit einer Bajasdorf zu tun?

00:08:51: das sollte die Apple sein?

00:08:53: Hier ist ein Pharmakonzern?

00:08:54: sehr gute Frage.

00:08:56: Ich würde sagen ehrlicherweise aufs einzelne Unternehmen abstellen lässt es sich nicht Denn diese fakturen funktionieren in der breite.

00:09:02: Du brauchst ein diversifiziertes portfolio um damit wirklich Exposure aufbauen zu können.

00:09:07: Weil einfach mit einzelnen Unternehmen die Gefahr viel zu groß ist, dass letztendlich die Geschichte oder das Schicksal des einzelnen Unternehmens die langfristige Wertentwicklung viel stärker dominiert als ein systematisches Faktorrisiko.

00:09:19: Aber was du durchaus machen kannst, ist diese Gruppen von Unternehmen zu finden.

00:09:22: Also Sektoren bestimmte Kapitalisierungsbereiche zu identifizieren oder Subgruppen von Märkten die wirst du finden.

00:09:30: ob du jetzt anhand des Factor Exposures wirklich die Einzelakze picken kannst das ist wahrscheinlich eher so eine Wettendassaufgabe.

00:09:36: Alles klar müsste man mal probieren.

00:09:38: welche Faktoren haben dich denn in den vergangenen Jahren am meisten überrascht im positiven wie im negativen?

00:09:44: Im positiven überrascht hat mich am meisten der Value-Faktor.

00:09:47: Man muss sagen, Value ist ja ein Faktor, den in allermeisten einem Begriff ist und vielen Portfolios über viele Jahre enthalten mit der Niedrigzinsphase dann allerdings auch sehr... viel untergewichtet worden, aus dem Portfolios entfernt wurden hat über viele Jahre zu kämpfen gehabt gegen die Niedrigzinsphase.

00:10:04: Gegen die hohe Marktkonzentrationen zum Beispiel durch die Magnificent Seven.

00:10:07: und was wir hier sehen über die letzten zwei Jahre ist wirklich ein erhebliches Comeback.

00:10:11: man hat gesehen natürlich die KI-Rally ist weitestgehend noch intakt und läuft und das hat auch Interesse von Value Erst mal weiter verdrängt, aber mittlerweile verbreitet sich selbst die KI-Relle.

00:10:22: Sie geht mehr an den Bereich Infrastruktur, sie geht in dem Bereich Industrials und das sind durchaus auch Segmente wo Value profitieren kann.

00:10:29: Gleichzeitig sind die Zinsen angestiegen.

00:10:31: Auch das ist etwas was im Schnitt eher Value Unternehmen im Vergleich zum Beispiel growth Unternehmen stützt Und dadurch hat der Value Faktor über die letzten zwei bis drei Jahre eine wirklich je nach Definition attraktiver Outperformance liefern können Im vergleich zum Gesamtmarkt Wenn wir die Gleichung einmal drehen durchaus überraschend.

00:10:48: im Nachhinein teilen zum Beispiel Qualitätsunternehmen.

00:10:51: Dieses Schicksal nicht wirklich, wenn man vor zwei oder drei Jahren gewusst hätte welche Herausforderungen auf uns warten von letztendlich dem Zinsschock von Trumps Reziprokenzölln oder den geopolitischen Eskalationen in Iran dann hätte man wahrscheinlich gedacht mit einem defensiven Qualitäns-Aktienportfolio werde ich hoffentlich überproportional profitieren.

00:11:12: genau das ist zumindest im Vergleich zum Gesamtmark So nicht eingetreten.

00:11:17: Die profitabelsten Unternehmen waren häufig etwas unter Druck, zum Beispiel aus dem KI-Sektor, aus der Angst vor Disruption oder auch im selben Kontext der Sorge dass das KI Thema etwas abkühlen könnte und man wieder etwas eher kapitalintensive Unternehmen allokieren möchte.

00:11:34: und dadurch hat der Qualitätsfaktor in den letzten zwei drei Jahren tatsächlich eher enttäuscht

00:11:38: Wenn Faktoren enttäuschen oder mitunter überraschen.

00:11:42: Und du sprachst auch über den Momentumfaktor hier.

00:11:45: Wir haben ja in den vergangenen zwölf Monaten sehr viele, wenn man so will, Momente gehabt – Gold und Goldmienen.

00:11:53: Energie ist stark gestiegen wegen der Knappheit und wegen des Krieges.

00:11:57: Die Inflation hat Energie teurer gemacht.

00:11:59: Wir hatten einen KI das unglaubliches Momentum hat.

00:12:02: Du meinst, er erwähnt es die Magnificent Seven?

00:12:04: Ist ein Momentum-Faktor nicht wahnsinnig flüchtig, wenn sich die letzten zwölfe Monate

00:12:09: anguckt?!

00:12:09: Ja, der Momentumfaktor hat eine durchaus stärkere Dynamik.

00:12:13: Wenn man sich einmal anschaut was in dem Momentum-Faktor so drin ist im Jahresvergleich dann siehst du durchaus eine viel größere Variation als das zum Beispiel beim Value Faktor der Fall ist und dass es auch gleichzeitig die größte Debatte im Markt ist nämlich so, dass wir davon profitieren und jederzeit durch das regelmäßige Rebalancing wieder in den aktuellen Markttrend investiert sind.

00:12:34: oder ist es so, daß genau dieses Rebalancings Transationskosten auslöst?

00:12:38: die dann wiederum dafür sorgen, dass die Performance darunter leidet.

00:12:42: Das ist eine sehr große Debatte, die im Markt geführt wird mit unterschiedlichen Ansichtsweisen.

00:12:47: Wir nutzen den Momentumfaktor tatsächlich gerne im Portfolio um letztendlich rechtzeitig und systematisch von anhaltenden Trends zu profitieren.

00:12:56: aber es Wie du schon sagst, auch wichtig diese Trends ändern sich.

00:13:00: Und das kann dazu führen dass der Momentumfaktor gewissen Rotation unterliegt und auch mal hinterherläuft.

00:13:06: Deswegen ist es wichtig aus unserer Sicht in ein diversifiziertes Portfolio als Ergänzung beizumischen und nicht nur darauf zu setzen.

00:13:12: dann das kann durchaus zu höherer Volatilität hier und dafür.

00:13:15: Nun analysierst du die Faktorrisiken auf einer recht granularen Ebene?

00:13:20: Was findest du denn bei deinen Kunden im Depots am häufigsten und erschreckt es mitunter die Kunden?

00:13:26: Ja, was wir tatsächlich viel machen ist zum Beispiel für Neukunden oder Interessenten eine Art Depot-Check.

00:13:32: Wir schauen uns zu Beginn der Kundenbeziehung erstmal an wo sind die Kunden überhaupt investiert?

00:13:36: Vielleicht haben sie schon ein Depot und was wir häufig sehen es eine gewisse Diversifikation is in der Regel vorhanden.

00:13:42: Die Kunden sind vielleicht in der Anlageklasse Aktien oder Anlagen investiert.

00:13:46: Was dann aber schnell deutlich wird ist selbst wenn die Kunden einfachste Wege nutzen zb markkapitalisierte ETFs und sich dann diversifiziert fühlen ist es beim genaueren Blick häufig nicht mehr der Fall.

00:13:57: Selbst ein marktgewichteter Index bildet nicht unbedingt einen diversifizierten Faktor-Mix ab, er gewichtet letztendlich die Geschäftsmodelle hoch, die aktuell gut laufen und das kann zu Klubbenrisiken führen.

00:14:07: Und das ist etwas was viele Kunden so nicht auf dem Radar haben.

00:14:11: wir finden das nicht deswegen schlecht weil wir sagen wir wissen selbst besser welcher Faktoren morgen besser funktionieren würde als dass was aktuell im Markt reflektiert wird.

00:14:20: aber wir denken Welt einfach so komplex ist, dass es keine gute Idee ist sich auf einseitige Faktorrisiken einzulassen.

00:14:26: Sondern streuen das letztendlich wesentlich breiter.

00:14:29: und das ist sicherlich die größte Überraschung.

00:14:31: Kunden kommen vermeintlich diversifiziert zu uns Auf erster Ebene.

00:14:35: schaut man ins Detail sieht man aber ganz häufig wirklich klumpen Risiken auch Faktorebene selbst in marktgewichteten Portfolios.

00:14:42: Ihr seid als Vermögensverwalter auch auf den sogenannten Private Markets unterwegs?

00:14:47: Auch auf Faktorebene kann man einen Faktor-Ebene auch auf den Private Markets quasi überstüllen.

00:14:52: Durchaus, das ist ein sehr spannendes Gedanken und auch wissenschaftliches Experiment das zu tun.

00:14:58: denn wenn man sich anschaut was zum Beispiel im Private Equity häufig passiert dann investiert man in Unternehmen mit einer etwas geringeren Marktkapitalisierung und bringt in der Regel zumindest war es in der Vergangenheit häufig der Fall eine gewisse Fremdkapitalquote dazu und hat etwas wie ein gehebeltes Small Cap Expo.

00:15:15: Das lässt sich natürlich auch im Bequenmarkt umsetzen, man muss aber wissen das hat Schwanko.

00:15:20: Das wird sicherlich nicht vergleichbare Senditeentwicklung liefern wie ein klassisches Private Market Vehikel zumindest nicht kurzfristig.

00:15:29: Aber wenn man das ganze langfristig sieht und Zugang zu einer solchen Art von Kredit hätte dann ist es durchaus möglich aus der Perspektive draufzuschauen.

00:15:37: Die Herausforderung ist allerdings genau, diese Art von Kredit zu bekommen.

00:15:40: Die allermeisten Anleger haben nicht dieselben Möglichkeiten wie zum Beispiel Private Equity Fonds so effizient günstig, Kredite aufnehmen zu können und dadurch wackelt dieses Konstrukt in der Praxis dann leider doch häufig in der Umsetzung.

00:15:55: Rechtfertigt das den Aufwand für euch als unabhängiger Vermögensverwalter?

00:15:59: Euch die Private Markets oder auch die Elitistruktur anzuschauen?

00:16:02: Ja es ist sicherlich aufwendig und komplex!

00:16:05: durchaus.

00:16:06: Wir unterscheiden hier sehr stark zwischen den Kundeninteressen, wenn wir Kunden anschauen aus dem institutionellen Bereich dann glauben wir dass es eine sehr gute Idee sein kann hier auch die Private Markets einzubeziehen in erster Linie weil wir ein Unternehmen investieren können die so an den liquiden Märkten nicht investierbar sind und damit die Diversifikation verbreitern.

00:16:26: Das Problem bei der Übertragung auf den Privatanlegermarkt ist letztendlich, dass uns aus regulatorischen Gründen nur andere Fonds zur Verfügung stehen.

00:16:34: Im Wesentlichen die LTIFS, die in der Summe aus unserer Sicht heute noch nicht den Anspruch oder den Qualitätsnachweis bieten, den wir brauchen und kennen aus der institutionellen Welt.

00:16:44: Das heißt nicht das es keine guten LTIFs geben würde, die gibt es durchaus aber in der Breite sehen leider, dass viele der Produkte zum Beispiel aus Kostensicht den Vorteil den Private Markets möglicherweise hätten wieder eliminieren.

00:16:57: Deswegen sind wir einerseits bei den institutionellen Kunden durchaus in dem Segment unterwegs.

00:17:02: Bei Privatskunden ist das noch ein sehr kleines Segment.

00:17:05: Wie stehst du denn dem Buzzword Demokratisierung an der Asset-Klasse gegenüber eben was die Private Marketes und auch die LTIFS angeht?

00:17:13: Grundsätzlich stehen wir dem sehr positiv gegenüber können verstehen, dass diese Demokratisierung sowohl der Vorindustrie wie auch den Privatanlegern Vorteile bringt.

00:17:23: Wir sehen aber anhand unserer Erfahrung aus den letzten Jahren das wir da sehr vorsichtig sein müssen.

00:17:29: es ist leider häufig so, dass dieser Demokratisierung nicht bedeutet, dass ein Produkt gleicher Qualität an die Privat Anleger weitergegeben wird sondern dass da Abstriche gemacht werden müssen.

00:17:38: und dann muss man einfach sehr genau hinschauen Es gibt gute Produkte Aber die muss man finden.

00:17:43: Auf der anderen Seite der Investmentlösungs Palettes stehen jetzt die trendigen aktiven ETFs.

00:17:50: Wie stehst du dieser Entwicklung gegenüber?

00:17:52: Ja, aktive ETFs begegnen uns tatsächlich jeden Tag und man kommt kaum dran vorbei und wir begrüßen das grundsätzlich auch.

00:17:59: Das ist ein Bereich bei dem ich sagen würde die Demokratisierung hat durchaus einen großen Nutzen denn wenn man sich anschaut was dort für Strategien in der Regel abgebildet werden dann sind das eher institutionelle Strategien mit einem häufig geringeren Tracking Error einer quantitativen Strategie folgen und vor allem auch jetzt Privatanliegern angeboten werden können.

00:18:19: Vorher war es häufig so, solche Strategien wurden wenn überhaupt in dann Retail-Fonds an den Privatkunden geboten was dann wiederum mit höheren Kosten einherging und so schafft man natürlich wirklich Zugang zu guten Strategien.

00:18:32: andererseits spielen sie für uns in der Praxis noch keine zu große Rolle aus dem Grund dass wir haben ja zu Beginn über die Faktoren gesprochen eine sehr hohe Überzeugung haben, dass wir diese Faktor-Modelle einsetzen möchten und wie wir sie einsetzen möchte.

00:18:45: Viele der aktiven ETFs sind da aber noch sehr vorsichtig.

00:18:48: Die haben einen sehr geringen Tracking Error und deswegen bekommen wir sozusagen darüber gar nicht genug Faktorexposure ins Portfolio.

00:18:55: Deswegen setzen wir sie noch nicht im großen Stil ein.

00:18:58: Aber die Entwicklung begrüßen wir durchaus.

00:19:00: Heißt es, da fehlt ist noch etwas an Mut auf der Anbieterseite?

00:19:03: Auf der Anbiegerseite ja wahrscheinlich auch gewisserweise an der Nachfrage dieser Produkte.

00:19:09: Deswegen sehr erfolgreich, weil sie einen geringen Tracking Error bieten.

00:19:13: Wenn man aber bestimmte Faktoren gezielt abbilden möchte, dann muss man damit leben, dass man einen gewissen Tracking error hat.

00:19:19: Ansonsten ist letztendlich das Anlageziel dahinter schwer zu erreichen und das ist natürlich ein gewisser Widerspruch.

00:19:26: Ich denke aber, dass sich die Anbieter da mit der Produktentwicklung den geringeren Tracking Arrows der breiten Marknachfrage durchaus gut annähert.

00:19:38: Er sollte definitiv das Small Cap Segment abbilden.

00:19:41: Small Caps sind ein Bereich, der am ehesten noch von einer gewissen Ineffizienz geprägt wird.

00:19:48: Es gibt dort viele klassische aktive Produkte aber wenig auf der aktiven ETF-Seite die wirklich systematisch attraktiv bepreist.

00:19:59: Small caps in die Breite anbieten können und das ist sicherlich was wo wir jetzt nach und nach Produkte sehen aber uns über mehr Angebot durchaus freuen würden.

00:20:07: Wunderbar!

00:20:08: Philipp, vielen Dank für deinen Besuch in diesem heißen Sommertag hier in Hamburg und danke für das Gespräch.

00:20:13: Vielen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.