Er sah die Inflation kommen – und niemand wollte es hören
Shownotes
Gast: Heinz-Werner Rapp, Gründer und Vorstand, FERI Cognitive Finance Institute | ehemaliger CIO, FERI AG
Was ist das FERI Cognitive Finance Institute? Das vor zehn Jahren gegründete Institut erweitert klassisches Finanzmarkt-Research um sechs Erkenntnisräume: Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Umwelt, Technologie und weitere systemische Dimensionen. Ziel ist ein vernetztes „Big Picture", das langfristige Trendbrüche sichtbar macht – idealerweise zwei bis drei Jahre bevor sie im Mainstream ankommen. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Investmententscheidungen bei FERI ein.
Themen im Gespräch:
- Warum das klassische Finanzmarkt-Research strukturell blind für Trendbrüche ist
- Das Navigationssystem-Konzept: sechs Erkenntnisräume, ein Big Picture
- Warum Volatilität als Risikomaß veraltet ist – und was stattdessen zählt
- „Politik treibt die Märkte": die Rückkehr der Geopolitik als Marktfaktor
- Das Ende der Pax Americana und die chaotische Übergangsphase
- Klimakipppunkte als massiv unterschätztes Kapitalmarktrisiko
- Die Verbindung von Behavioral Finance, Neurowissenschaften und Cognitive Finance
- Robert Shiller und die Salonfähigkeit irrationalen Marktverhaltens
- KI und ihre eingebauten Biases: ein Cognitive-Finance-Problem der Zukunft
- Was Rapp in seiner Karriere früher tun würde
Weiterführende Links & Hinweise:
- FERI Cognitive Finance Institute: http://www.feri-institut.de/
- Studie des Instituts zu Klimakipppunkten (November 2024): auf der Feri-Website verfügbar
- Buch von Heinz-Werner Rapp: „Cognitive Finance" (Hinweis auf Eigenwerk im Gespräch)
- Robert Shiller und das zyklisch adjustierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE): Malte Dreher hat Shiller selbst interviewt - https://www.private-banking-magazin.de/robert-shiller-kgv-interview-oekonom-usa-wirtschaftspolitik-aktienmarkt/
- Florian Illies: „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts" (im Gespräch erwähnt)
- Thomas Mann: „Der Zauberberg" (im Gespräch erwähnt als historische Parallele)
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir sind seit anderthalb Jahren sozusagen mit dem Leitsatz draußen Politik treibt die Märkte.
00:00:06: Wenn man Geschichte studiert und die ganze Differenz von hundert Jahren bis heute so ein bisschen genauer anguckt, dann findet man immer wieder Parallelen, die man auf die heutige Zeit relativ gut anwenden kann.
00:00:17: Jeder Erstsemester in Volkwirtschaft weiß dass das ein sicheres Rezept für Inflation ist.
00:00:21: deswegen war klar, dass Zweiundzwanzig-Dreieunzwanzigt eine starke Inflationsbelle kommen müsste.
00:00:26: Deswegen sind wir super durch die Zeit durchgekommen.
00:00:39: Risiko-Hinweis.
00:00:40: Die Inhalte dieses Podcast beinhalten keine Kaufempfehlungen, sondern dienen ausschließlich der Informationen und Unterhaltung.
00:00:46: Es handelt sich dabei um keine Anlageberatung.
00:00:48: Und jetzt geht's los.
00:00:50: Moin Christoph ich grüße Dich!
00:00:51: Moin Walter schön dich hier zu sehen in deiner St Pauli Kluft
00:00:55: Ja so siehts aus.
00:00:56: Christoph, ich hatte Besuch in Hamburg während du unterwegs warst.
00:00:59: Wer war denn hier?
00:01:00: Heinz Werner Rapp Von Ferry, ehemals Chief Investment Officer von Ferry hat er vor zehn Jahren das Ferry Cognitive Finance Institut gegründet.
00:01:09: Um im Endeffekt so ein bisschen die Wirtschafts- und Kapitalmarktprognosen näher an die Realität und an die Herausforderungen zu führen.
00:01:19: oder anders weißt du lange Zeit hat die Finanzmarktheorie sich anschaatsorientiert an irgendwelchen sehr eher kurzfristigen Ideen, weißt Du?
00:01:28: Reversion to the Mean also alles was so'n bisschen eher in der Theorie greifbar ist, aber mit der Praxis eigentlich wenig zu tun hat.
00:01:34: Und da haben sie vor zehn Jahren das Institut gegründet.
00:01:37: und ähnlich eines komplexen Systems schauen die sich jetzt eben Geopolitik an.
00:01:41: Sie schauen sich Herausforderungen der Umwelt an Politik im Gemeinen und Unternehmen Im anderen.
00:01:47: also es hat eine sehr komplexe und vielschichtere Sicht der Dinge Die er damit gebracht hat.
00:01:52: und dass war ein Erfrischend-und auch mal etwas intellektuell gefärbtes Gespräch.
00:01:58: klingt ganz spannend.
00:02:00: Ich kenne das Institut jetzt gar nicht.
00:02:01: Für wen machen die das denn?
00:02:02: Machen sie das nur für die eigenen Anlagestrategien oder kann man sich das auch irgendwie buchen, oder machen die dass Studien zusammen für den Markt?
00:02:08: also was ist so das Modell dahinter?
00:02:10: Das Modell Dahinter ist in der Tat natürlich erst mal für die eigene Kunden.
00:02:13: die fahren ja einen sehr breit diversifizierten Multi-Assets anders wenn du so willst.
00:02:18: also bedienen sich der gesamten Klaviatur dessen was man da an Kapitalmarktlösungen finden kann.
00:02:23: aber in der tat Ja Sie geben auch Studien raus Literatur Tipps.
00:02:27: wir haben Wir müssen erstmal mit ausführlichen Show-Notes bitte arbeiten hier bei diesem Podcast.
00:02:32: Und am Ende des Tages ist das schon eine sehr akademisch wissenschaftlich fundierte Forschung, er hat auch seine Dissertation über Financial Behaviour geschrieben und konnte auch nicht verhehlen dass er Robert Schiller für einen der ganz großen Entscheider der neuen Kapitalmarktforschung hätte.
00:02:48: ich hatte ja schon mal
00:02:49: gesprochen hast.
00:02:50: zwei Podcasts habe ich mit dem ehemaligen Nobelpreisträger.
00:02:53: Nein, toll!
00:02:53: Und wir haben uns auch nebenher sehr nett über Literatur unterhalten und gibt eben auch viele Parallelen das sich Geschichte nicht wiederholt.
00:03:00: Wohl aber denn doch etwas sich reimt – und das ist jetzt no-brainer Aberwir.
00:03:04: Die Erkenntnis hat er jetzt nicht exklusiv, aber sie ist ja trotzdem wahr?
00:03:07: Die
00:03:07: ist trotzdem wahr und er hat.
00:03:08: ich glaube da warst du auch gerade dran.
00:03:10: Wir sprachen auch über den Zauberberg von Thomas Mann Das es der starke Parallel gibt zur deutschen Geschichte anfangs des ersten Weltkrieges.
00:03:22: Auch sehr spannend.
00:03:23: Und wir müssen uns bitte minutieren, dass wir mit solchen profunden Kennern des Kapitalmarkts und auch noch mit solchen belesenden Experten mal irgendwann richtig schönen Talk über Literatur machen.
00:03:34: Das sollten wir auf jeden Fall einmal machen!
00:03:35: Ich würde sagen, wir hören man das Gespräch rein oder?
00:03:37: Das machen wir!
00:03:40: Hans Werner du bist ein Ferieurgestein wenn man das so sagen darf und du hast vor zehn Jahren das Kognitive Finance-Institut gegründet, dem du heute vorstest.
00:03:49: Was war damals für dich der Grund des Instituts zu gründen?
00:03:53: Ja also es kommt aus meiner damaligen Rolle ich weiß CIO in der Zeit von Ferie als Investmentchef für Investmententscheidungen im weitesten Sinne zuständig und mir hat eigentlich immer ein wichtiger Punkt gefehlt bei dem Research was man auf den Tisch bekommt dass so sagen die langfristigen Themen die langfristigen Trends große Trendbrüche die draußen passieren dass sie in diesem klassischen Research nicht abgedeckt worden sind.
00:04:13: Das wollten wir mit einem Institute ändern.
00:04:15: Ist dir das gelungen bis heute?
00:04:16: Kurze Antwort, ja.
00:04:17: Also ich bin sehr zufrieden damit.
00:04:19: wir kriegen es auch gespiegelt von außen und von Kunden von Leuten die uns von Außen beobachten.
00:04:22: also ich glaube dass ist sehr gut gelungen vielleicht sogar besser als ursprünglich erwarten konnte.
00:04:27: Du sprichst in dem Zusammenhang auch gerne von einem Navigationssystem.
00:04:30: was bedeutet denn jetzt wieder entgegen dem klassischen Research Das Navigation System von eurem Institut für den Fahrer oder den Teilnehmer an den Markt?
00:04:39: Also der Fahrer ist im Prinzip für uns der Unternehmer oder der Investor, der ein bisschen über den Tellerrand hinausdenkt.
00:04:44: Unternehmer denkt normalerweise auch nicht nur von Tag zu Tag sondern hat ein bisschen längerfristige Bilder im Kopf.
00:04:49: Die wollen wir im Prinzip adressieren.
00:04:51: und wir haben nicht nur heute, sondern schon seit Jahren eine sehr komplexe Welt wo es schwer ist durchzufinden, schwer ist Trends richtig zu erkennen, schwer is Trendbrüche richtig und früh zu erkennen.
00:05:04: Und wir wollen mit dem Navigationssystem, was wir anbieten, das verbessern!
00:05:08: Wie so ein richtiges Navigation-System im Auto?
00:05:10: Es bringt eigentlich direkt ans Ziel aber es sagt dann immer wieder du musst links abbiegen jetzt oder du musst dahin fahren und rechts abbiegern.
00:05:16: also Wir geben die Unterstützung sozusagen bei der Zielfindung und das aber zu einem sehr frühen Zeitpunkt, sodass man Reaktionszeit gewinnt, Entscheidungsfreiheit gewinmt und sich früh genug vorbereiten kann auf Dinge wie wichtig
00:05:30: sind.
00:05:32: Wir waren bei dem Bild des Fahrers oder des Unternehmens und Investors.
00:05:35: Wie wichtig ist es, dass man sich dieses Navigationssystems annimmt?
00:05:39: Nicht das man noch das alte Mindset hat und sagt ich weiß ja wie's funktioniert.
00:05:43: Ich
00:05:43: glaube das ein ganz wichtiger Punkt weil jeder hat ja irgendwo einen Mindset mit dem er schon ankommt und man muss bereit sein dieses Mindset zumindest mal kritisch zu hinterfragen ob man dann direkt unser Mindset unkritisch übernimmt.
00:05:55: Niemand sollte das tun, niemand muss es tun aber man sollte sich zumindest mal so ein bisschen zu eigen machen weil ganz viel wertvolle Inhalte drinstehen, zumindest nach unserer Einschätzung.
00:06:04: und wenn man die zumindest mal aditional zusammen sonstigen Mindset noch benutzt wüsst ich nicht wo der Schaden liegen soll.
00:06:11: Nimm uns mal ein bisschen mit in den Maschinenraum des Instituts.
00:06:14: was macht das komplexer oder vielschichtiger als ist die bisherige klassische Finanzmarktanalyse getan hat?
00:06:20: Ich glaube es gibt zwei Punkte, mit denen man sehr gut erklären kann.
00:06:24: Wir haben erstmal sehr viel breiteren Ansatz.
00:06:26: Das heißt wir gehen über sechs sogenannte Erkenntnisräume wie wir uns die Welt zusammensortieren.
00:06:31: das ist deutlich mehr als das normale Finanzmeid-Research oder das normale Makroökonomische Research sondern wir gucken auch eben auf Themen, wir haben gesellschaftlichen Hintergrundpolitik Umwelt Technologie um ein paar Beispiele zu nehmen also sechs insgesamt an der Zahl.
00:06:45: dieser Breiteansatz ist wichtig und Der zweite Punkt kommt dann direkt daraus.
00:06:49: Die muss man dann vernetzen können Und aus dieser Vernetzung von den sechs Betrachtungsebenen entsteht ein gesamthaftes durchaus großes Mobile, durch das man sich dann sozusagen viel besser die Welt erklären kann in so einem Big Picture wie wir es nennen.
00:07:03: Das heißt
00:07:03: ihr aggregiert aus den ganzen Standorten oder Bestimmungspunkten den einzelnen oder den sechs zusammen?
00:07:10: Aggregiert ihr eine Kapitalmarkt-Meinung?
00:07:12: Es ist nicht ne Kapitalmarkmeinung per se, die kommt eigentlich in der zweiten Ableitung erst raus im Bild.
00:07:16: Aber es ist richtig – der erste Punkt war richtig – wir aggregieren aus diesen sechs Betraftungsebenen ein Gesamtbild, indem große Linien, große Trends oder auch große Trend-Veränderungen möglicherweise Trendbrüche sichtbar werden und die können aus den unterschiedlichen Teilbereichen kommen.
00:07:32: Die können aus der Politik kommen, die können als der Technologie kommen, sie können auch aus gesellschaftlichen Situationen kommen oder aus Umweltbedingungen.
00:07:38: Und insofern das sozusagen zu erkennen ist wichtig, dass zu vernetzen, das zu aggregieren und dann hat man so sagen die großen Trends vor Augen und die muss man dann in einer zweiten Ableitung praktisch auf die Kapitalmarktanalyse runterbrechen.
00:07:50: Und die werden quasi zu einem Big Picture verdichtet?
00:07:52: Genau!
00:07:53: Wie oft erwischst du dich dabei selber, dass du Erfahrungen aus der Vergangenheit vermeintlich nach vorne extrapolieren möchtest und sagst Freunde wenn das so ist muss das so sein?
00:08:02: Das
00:08:02: ist eine gute Frage weil Erfahrungswerte aus der vergangenheit sind nicht per se falsch.
00:08:06: Also ich glaube wenn man Geschichte studiert und teilweise mal so hundert Jahre zurück geht oder die ganze Differenz von Hundert Jahren bis heute so ein bisschen genau anguckt dann findet man immer wieder Parallelen die man auf die heutige Zeit relativ gut anwenden kann.
00:08:19: aber Der Punkt war schon richtig.
00:08:21: Man muss aufpassen, dass man das nicht verabsolutiert.
00:08:24: Jede Zeit ist neu, jede Entwicklungsphase ist neu und man muss sozusagen immer bereit sein auch zu sagen viele Dinge sind ähnlich wie damals aber sie haben eben doch einen anderen Charakter und das muss man respektieren.
00:08:35: Nun sind wir ja gerade in den vergangenen Jahren auch durch Zeiten gegangen hinsichtlich einer asset allocation wo es starke Brüche von Korrelation gegeben hat.
00:08:43: Das sind ja Themen gewesen, die man so noch gar nicht kannte.
00:08:47: Weil eben die Zinsen gestiegen sind während des wirtschaftliche Wachstum eher gefallen ist Darauf sich vorzubereiten.
00:08:54: Gelingt das mit eurem Navigationssystem?
00:08:56: Das ist eine gute Frage, aber auch eine die ich also wirklich sehr positiv beantworten kann.
00:08:59: Also für mich ist seit Zweiundzwanzig ein Jahr, wo es genauso war mit der sehr starken Inflationsphase, die wir hatten, wo dann auch Korrelationen genau was angesprochen wurde, wo die gebrochen sind, wo einen Sechzig-Aktienvierzig Rentenportfolios oder der Klassiker, wo der eine absolut miserable Performance abgeliefert hat.
00:09:16: musste man da drauf reinfallen?
00:09:17: Antwort Nein Wir sind nicht darauf reingefallen weil wir im Prinzip schon vorher gesehen haben auf Konstellation diese Inflation eigentlich aufgesetzt hat, nämlich auf einer unglaublichen Geldschwämme die in der Coronazeit erzeugt wurde wo Staatsdefizite großaufgebaut und damit frisch gedruckten Geld finanziert wurden.
00:09:34: Jeder Erstsemester in Volkwirtschaft weiß dass das ein sicheres Rezept für Inflations ist.
00:09:38: deswegen war klar, dass Zweiundzwanzig Dreiundzwannzig eine starke Inflationswelle kommen müsste.
00:09:43: wenn man darauf vorbereitet waren der asset allocation mit entsprechenden Rohstoff gold und sonstigen Quoten also eine inflationsresiliente asset allocation betrieben hat hat einen das relativ wenig gestört.
00:09:53: Das haben wir gemacht, deswegen sind wir super durch die Zeit
00:09:55: durchgekommen.".
00:09:56: Aber nicht falsch verstehen und nicht kätzlerisch verstehen – Die Headline Ferri warnt vor der Inflationswelle, die ist bei uns nicht gelaufen!
00:10:03: Wir haben es mehrfach, wir kann man jederzeit nach googeln und kann so sagen recherchieren.
00:10:07: Wir haben das öffentlich geäußert.
00:10:08: Das war da.
00:10:09: Kann ich jederzeit Material...
00:10:11: Heißt das Frühwarnsystem hat funktioniert nur die Medien nicht?
00:10:13: Das Frühwandsystem hat funktioniert aber ist immer so bei Nachrichten, die manche nicht gern hören wollen.
00:10:17: Die werden eben auch nicht groß rezipiert in der Öffentlichkeit.
00:10:20: Wir werden das prüfen!
00:10:22: Viele deiner Erkenntnisse sind bis dato früher eingetreten als man sie vielleicht erwartet hat was ihr im Institut behandelt und analysiert habt.
00:10:30: worauf führst du das zurück?
00:10:31: Also ich lache nochmal einen ganz kurzen Satz.
00:10:33: Wir versuchen immer so zwei bis drei Jahre ahead of the wave zu sein, das heißt also wenn ein Thema wirklich in den Mainstream geht und virulent wird dann möchten wir es idealerweise vielleicht noch besser drei Jahre vorher schon gesehen und thematisiert haben.
00:10:44: Also das ist unser Zeithorizont, und manches davon hat vielleicht vier Jahre gedauert, manches daran hat nur sechs Monate gedauern, also insofern dass es in der Realität durchaus ein bisschen variabel.
00:10:54: Und wenn ich jetzt so angucke was in den geopolitischen Ebene passiert da ist wirklich unglaublich durcheinander und das kommt alles sehr schnell, teilweise schneller als von uns erwartet sogar.
00:11:04: Bevor wir über die geopolitische Lage und die Unwuchten draußen sprechen.
00:11:07: einmal noch zu einer klassischen Handlungsanweisung hat eine klassische Asset-Allokation, wie wir sie wahrscheinlich noch aus deiner Zeit als aktiver Schiefinvestment Officer kennen.
00:11:16: Heute noch Bestand?
00:11:17: Also wenn man sagt, bei Firi war eigentlich immer schon ein Multi-Asset-Delocation Teil der DNA und das ist auch heute noch sogar noch ein bisschen breiter.
00:11:24: Noch ein bisschen akzentuierter.
00:11:25: Ich glaube, wenn man das richtig versteht und richtig übersetzen kann mit den verschiedenen Assetklassen bei uns ins Neuen, mit denen sehr aktiv auch umgeht dann ist man da immer noch relativ gut aufgestellt.
00:11:35: aber wenn ich darf würde vielleicht noch einen kleinen Punkt machen.
00:11:38: typische Assets Delocations Modelle Markovitz Optimierung usw.
00:11:41: und so die verschiedene Abwandlung von Markovits.
00:11:43: Die funktionieren eben auf Basis von Parambichtern wo ich heute sagen würde heute, sondern schon eigentlich bei Gründung des Instituts gesagt habe die funktionieren nicht mehr.
00:11:51: Also Volatilität ist kein Risikomaß, sondern Dinge, die heute Risiken für den Investor oder für den Unternehmer bedingen, die misst man nicht in Volatilität, die erfasst man eher mit dem System wie unserem.
00:12:00: und dann muss man in Risikoszenarien denken und diese Risikostenarie wieder in seine Asset-Orlocation übertragen.
00:12:07: Dann folgt man unserem Ansatz korrekt.
00:12:09: Fließen denn die Analysen direkt in Investmententscheidung bei euch?
00:12:14: Ja,
00:12:14: eigentlich schon.
00:12:16: Manches davon ist natürlich nicht direkt investable aber es geht in die Meinungsbildung der großen asset allocation mit rein.
00:12:21: manches davon geht sehr konkret sehr direkt in die asset allocation Mit rein.
00:12:25: also man kann's jetzt nicht generell so beantworten Aber der Versuch ist immer da aus dem big picture Direkt sozusagen die Ableitung in das investment Szenario rüber zu ziehen.
00:12:34: Und was gilt es angesichts der aktuellen Analysen deiner Meinung nach besonders zu beachten?
00:12:39: aktuell
00:12:40: Wir sind seit, also wir hast jetzt Ferien an der Stelle.
00:12:42: Seit anderthalb Jahren sozusagen mit dem Leitsatz draußen Politik treibt die Märkte.
00:12:46: Ich persönlich bin sogar schon vor fünf Jahren unterwegs gewesen mit einem ganz ähnlichen Leitsat.
00:12:50: Also die Rückkehr der Politik hieß das und ich glaube das ist im Moment der bestimmte Faktor.
00:12:55: Also Politik wirkt viel stärker auf die Finanzmärkte als man das noch vor fünf oder zehn Jahren gewohnt war.
00:13:01: da waren die Märkten liberalisiert und haben ihr eigenes Ding gemacht.
00:13:05: Heute ist es so, dass Politik und Geopolitik ganz große Veränderungen mit sich bringen will.
00:13:09: gar nicht den Namen Trump zitieren aber natürlich weiß man wo es teilweise herkommt.
00:13:12: aber das ist nicht der einzige Faktor.
00:13:13: also Politik und die geopolitischen Weichenstellungen bestimmen heute viel viel stärker was an den Märkten passiert als es vielleicht früher war.
00:13:20: Früher sagt immer noch politische Börsen haben kurze Beine.
00:13:23: Exakt!
00:13:23: Und das ist heute nicht mehr so.
00:13:25: Was haben politische Börsen denn heute?
00:13:26: Politische Fäuste.
00:13:28: Ja, haben dicke Fäuste und manchmal auch ein etwas schrägen Kopf aber das ist auf jeden Fall neuer Faktor den man richtig anbeziehen muss.
00:13:34: Wir kommen ja aus einer verhältnismäßigen... jetzt geopolitisch gebrochen aus einer Verhältnismuslichen Ordnung in einem wenn man so will chaotischen Unordnung zumindest aus unserer Sicht hier aus der Industrienation.
00:13:45: Wie kann man sich dem denn nähern?
00:13:46: Da muss man, glaube ich wieder ein bisschen versuchen wirklich einen Meter zurückzugehen und so ein bisschen den Vogelperspektiven Ansatz zu nehmen um ein größeres Bild aufzuziehen.
00:13:55: Dann wird es ein bisschen klar wir sind eigentlich in der Übergangsphase von einer geordneten Welt.
00:13:58: die kann man beschreiben mit dem Stiefwort Pax amerikaner Die endet hat schon geendet und die wird von Amerika.
00:14:03: das ist ja das Paradoxi wird von amerika selbst beendet auch zur eigenen Kosten sogar muss man sagen.
00:14:08: Und Wir sind jetzt in eine übergangsphase.
00:14:10: zu etwas neuem was sich heraus bildet Das Stichwort von Entropiefeld, einem da ein.
00:14:14: Also es ist eine Unordnungssysteme.
00:14:16: was da gerade sich entwickelt und wo's genau hingeht kann man im Moment nur erahnen.
00:14:21: am Ende ist ja das stichwort Bipolarewelt, multipolare Welt.
00:14:25: irgendwo dazwischen wird sie es wahrscheinlich raus kristallisieren und man kann relativ gut den Punkt machen Die Phase in-between, also von dem alten System in das neue ist eine chaotische Phase.
00:14:35: Wir sind jetzt genau dieser chaotischen Phase.
00:14:37: Deswegen versteht man vieles nicht mehr so richtig?
00:14:40: Deswegen macht es auch gefährlich wenn man an den Märkten unterwegs ist und diese Dinge nicht beobachtet.
00:14:44: Erlaube mir da dass ich meinen alten Freund und Volkswirt Professor Henning Vöbel zitiere der sagt wir finden uns in einem Zeitalter der Liminalität.
00:14:52: Das heißt eine geordnete Phase wie wir sie kennen.
00:14:54: Wir wissen dies zu Ende die kommt nie wieder.
00:14:56: aber was daran ungeordneten kommt wissen wir noch nicht und genau da sind wir.
00:15:01: Ist das nicht eine der, wenn man so will herausforderndsten Zeiten für Investoren?
00:15:05: Ja aber das macht ja den Case für das was wir beim Institut machen nicht kleiner sondern es bestätigt ihnen weil genau das versuchen wir sozusagen diesen Nebel der dann auch vorne immer noch im Raum ist denen ein bisschen besser zu durchdringen.
00:15:16: ich glaube auch wir haben die Werkzeuge dafür.
00:15:17: Wir haben auch das Grundverständnis dafür.
00:15:20: Historisches Wissen hilft.
00:15:22: historisches Wissend darf aber nie sozusagen einfach nur rüber kopiert werden.
00:15:25: Man muss jetzt adaptieren Und dann kann man aber, glaube ich schon relativ gut zumindest mal Szenarien entwickeln und jedes Szenario hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit.
00:15:33: Aber mit den Szenaren kann man navigieren.
00:15:35: Das ist das was wir tun.
00:15:36: Was ist aus deiner Sicht aktuell der am meisten unterschätzteste Trend?
00:15:40: Da würde ich jetzt mal ganz kess sagen es ist nicht das was mit der Geopolitik passiert sondern es ist mit der Umwelt.
00:15:45: Klimawandel.
00:15:46: also wir hatten letztes Jahr im November eine große Studie gemacht zum Thema der Klimakipppunkte.
00:15:52: Damals schon unsere Einschätzung gewesen ist auch heute noch, das ist ein Thema was nicht nur in der Öffentlichkeit sondern insbesondere ganz insbesondere an den Kapitalmärkten massiv unterschätzt wird.
00:16:02: Ich möchte dich abschließend noch ein paar persönliche Fragen fragen.
00:16:04: Was hat deine Sicht auf die Kapitarmärkte und Risiko über die vergangenen Jahre am stärksten geprägt?
00:16:10: Muss ich im Prinzip ein bisschen zurückgehen?
00:16:11: also... Groundwork gelegt für den Aufbau des Instituts und ich komme ja so aus der Behavioral Finance Ecke, so ein bisschen.
00:16:19: Und Kognitionstheorie war dann das was auch dem Namen fürs Institut gegeben hat.
00:16:24: Ich glaube wenn man da ein bisschen einsteigt... Das ist erstmal so ein paar Zentimeter weg vom normalen Kapitalmarkt denken.
00:16:28: aber wenn man dort einsteigte und versteht wie der Mensch Informationen aufnimmt wie auch Mike Teilnehmerne Finanzmärken mit Informationen umgehen teilweise nur so halb rational oder sogar irrational.
00:16:38: Wenn man das versteht richtig sortieren kann, da lernt man sehr viel mehr über die Realität das dann auch wiederum in sein Weltbild sehr gut einwandert.
00:16:45: Das ist wirklich eine große Erfahrung, die sich bestätigt hat.
00:16:48: Gibt es einen Buch oder einen Denker?
00:16:50: Oder eine Erfahrung, wie dein Ansatz vom Cognitive Finance besonders beeinflusst hat?
00:16:54: Das sind sehr viele Bücher natürlich drin!
00:16:56: Ich habe selbst auf dem Buch geschrieben über Cognitiv Finance wo man dann im Prinzip die ganzen Verweise noch mal finden kann.
00:17:01: also es geht
00:17:02: bis... Hanken wir in die Show Notes.
00:17:04: Es geht bis in die Neurowissenschaften rein.
00:17:07: und Gehirnforschung.
00:17:08: Also so tief waren wir sozusagen in das Thema eingestiegen um den Punkt mal aufzuklären.
00:17:11: denn behavioral finance Da komme ich ursprünglich her, war meine Dissertation.
00:17:15: Aber das behandelt eher nur so den Effekt Menschenhandel irrational.
00:17:19: aber um zu verstehen warum handeln sie irrational?
00:17:21: Dann muss man eigentlich noch ein bisschen tiefer in die neurologische Vertratung reingehen.
00:17:26: Gehirnforschungen wenn man da mal wirklich ansteigt.
00:17:28: nicht jeder Kapitalmarkt Mensch macht es aber dann versteht man viel besser was in der Realität passiert.
00:17:32: Was war der Titel deiner Dissertation?
00:17:34: Da ging es um Aktien-Neuemission unter unvollständiger Information, also da soll man sagen Informationsasimitrie als großes Stichwort.
00:17:40: und die Informationsasymmetrie wurde dann wiederum belegt.
00:17:43: Unter anderem mit dem Blick auf die Behavioural Finance Erkenntnisse.
00:17:46: Die waren zu dieser Zeit verbotenes Terrain in der Kapitalmarktforschung.
00:17:50: Und heute übernimmt die KI irgendwann.
00:17:53: Also heute hat Behavioural Finance, oder nicht heute, sondern vor zehn Jahren oder fünfzehn Jahren hat Nobelpreise dafür gegeben.
00:17:58: Das war dann die nächste Entwickler, also Robert Schiller insofern.
00:18:00: Du hast ja gefragt was für ein Buch hat mich sehr beeinflusst?
00:18:03: Robert Schiler war derjenige, der zu der Zeit Behavioreal Finance eigentlich salonfähig gemacht hat.
00:18:07: später gab es den Nobelpreis dafür und insoferen das bringt ein weiter.
00:18:12: Heute macht die KI vieles und da kommt aber auch schon wieder genau die Frage rein, also KI lernen wir der Karte.
00:18:17: das KI-Ein auch sehenden Auge ist einfach anliegt manchmal bei den Antworten dass Biasis, Psychologische Biasi, Neuronale Biasist der Programmierer teilweise damit reingehen, also man isst wieder genau an dem Punkt.
00:18:28: Ich
00:18:29: hab mit, backen wir auch in die Show Notes einen Interview mit Robert Schiller geführt.
00:18:32: zu seinem KGV und dem was es heute mit den Märkten macht tun wir da auch noch rein.
00:18:37: Was würdest du in deiner Karriere jetzt zurückblicken nochmal verändern?
00:18:40: Ich würde das Institut zehn Jahre früher gründen.
00:18:43: Wunderbar, Heinz Werner.
00:18:44: vielen Dank für deinen Besuch!
00:18:45: Sehr gerne dass ich hier sein dürfte.
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