"Wollen wir noch miteinander?" – was ein Exit mit Unternehmerfamilien macht
Shownotes
Malte Dreher und Family Officer Thomas Borghardt führen eine szenische Familienratssitzung bei der fiktiven Unternehmerfamilie Schmidt auf. Aus dem Rollenspiel wird ein Praxisleitfaden für gelebte Family Governance – also für das, was jenseits von Satzungen und Verträgen tatsächlich über Erfolg oder Scheitern einer Nachfolge entscheidet.
Die Themen im Überblick
- Warum der Ort der Sitzung – Esstisch, Firma oder Anwaltskanzlei – die Atmosphäre entscheidend prägt
- Der Beraterkreis: Anwalt, Steuerberater und Family Officer, ihre Rollen und wer regelmäßig fehlt
- Inform, Consult, Decide: Wer informiert wird, wer gefragt wird und wer entscheidet
- Next Gen als Governance-Begriff statt Altersgruppe – die Spanne am Tisch reicht von 18 bis 88
- Purpose vor und nach dem Exit: Warum der Firmenverkauf den gemeinsamen Fixstern zerstört
- Kapitalerhalt gegen Impact Investing und warum sich beide Generationen dort oft treffen
- Die Familienverfassung als Prozess: „Der Weg ist das Ziel"
- Eheverträge und Pflichtteilsverzichte als hochemotionale Verhandlungen
- Transgenerationale Konflikte, Kriegskindheit und traumasensible Begleitung
- Die drei Ebenen: das Höchstpersönliche, der Familienverbund und die Firma
- Woran man nach zwei Jahren erkennt, ob die Governance trägt
- Borghardts sieben Empfehlungen sind im Gespräch ab etwa Minute 34 zusammengefasst – von „Vertrauen bilden" bis „die drei Ebenen sauber auseinanderhalten".
Über den Gast
Thomas Borghardt arbeitet seit rund 25 Jahren mit Unternehmerfamilien, davon 20 Jahre als Family Officer. Von 2013 bis Mitte 2024 war er Vorstand der Hamburger Privatbank Marcard, Stein & Co und verantwortete dort die Betreuung internationaler Unternehmerfamilien und ihrer Family Offices. Zuvor war er unter anderem beim Deutsche Oppenheim Family Office und bei UBS tätig. Nach einer Phase der Selbstständigkeit ist er heute Vice Chairman bei Qcoon-Invest, einem Multi Family Office mit Sitz in Karlsruhe und Standorten in Hamburg und München. Borghardt ist zusätzlich ausgebildeter Wirtschaftsmediator und Testamentsvollstrecker.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Das ist ein ganz schwieriges Feld mit der Next-Gen, denn was wir da draußen sehen, ist der Begriff «Next-Gen» sehr auf junge Leute gezogen.
00:00:10: Ja.
00:00:11: Das ist nicht der Ansatz den ich in der Praxis sehe.
00:00:16: Verkaufst du die Firma und da liegt im Wesentlichen Geld auf dem Tisch?
00:00:20: Dann musst du Purpose neu verhandeln!
00:00:24: Die alten Schmitz werden langsam müde.
00:00:27: Gibt es eigentlich das Wein dazu?
00:00:28: In der Sitzung nie.
00:00:30: Wirklich
00:00:30: nicht?!
00:00:30: Nein!
00:00:31: Da wird gearbeitet... Risiko-Hinweis.
00:00:43: Die Inhalte dieses Podcast beinhalten keine Kaufempfehlungen, sondern dienen ausschließlich der Informationen und Unterhaltung.
00:00:49: Es handelt sich dabei um keine Anlageberatung.
00:00:52: Und jetzt geht's los.
00:00:53: Moin Christoph!
00:00:54: Moin Malte!
00:00:55: Christoph wir hatten gerade unseren Private Banking Kongress in Hamburg.
00:00:58: Das ist ja sicherlich eine der größten Netzwerkveranstaltungen die es in dieser Branche gibt.
00:01:03: Eine Frage, wenn ja auch immer drehundertfünfzig vierhundert Leute allein in einem Tag da rum oder so die Größenordnung?
00:01:10: Ja.
00:01:10: So um die drehundfünfzig Vierhundert leute inklusiv Staff und allen Partnern.
00:01:14: Und das ist eine ganz schöne Geschichte jetzt weil diesem Netzwerk ist wirklich eine Beziehung jetzt gefolgt und zwar haben sich vor einem Jahr auf dem Kongress in Hamburg der Oliver Zastro und der Thomas Bork hat nicht kennengelernt aber dort getroffen erneut Thomas Balkard war elf Jahre lang bei Der Privatbank Mark hat Stein im Family-Office-Geschäft, hat internationale Unternehmerkunden betreut und ist ganz tief drin in der Betreuung von Unternehmersfamilien.
00:01:41: Oli Zastroh ist einer der Geschäftsführer von Cocoon Invest, einem Multifamily Office hier in Hamburg.
00:01:45: Die haben sich getroffen.
00:01:47: Thomas Borkert war gerade in between oder hatte seine eigene Bratungsgesellschaft und hat sich jetzt dann bei Cocoon angedockt.
00:01:55: Kurzum – der Impuls was zusammen zu machen.
00:01:59: Und Thomas Balkart ist jetzt Senior Advisor beim Cocooninvest.
00:02:02: der Impuls kam von unserem Kongress.
00:02:04: Das ist aber eine schöne Geschichte und ihr habt gesprochen über die Rolle von einem Netzwerk.
00:02:07: oder ging es um ein anderes Thema?
00:02:08: Wir haben auch übers Netzwerken gesprochen, aber wir haben eher ein kleines Kammerspiel aufgeführt wenn du so willst.
00:02:13: Wir haben fast zähnisch gesprochen darüber wie funktioniert das Aufsetzen einer Familienkarte oder einer sogenannten Family Governance.
00:02:22: heißt da sitzen Der Rechtsanwalt mit am Tisch der Steuerbrater Die Familie der Patriarch seine Frau die Kinder die Enkel idealerweise denn auch schon Sprich drei Generationen an einem Tisch und es wird darüber gesprochen, macht man was mit der Firma?
00:02:35: Wenn ja.
00:02:36: Was?
00:02:37: Wer kriegt welche Rolle?
00:02:38: Was passiert?
00:02:39: Was ist künftig zu beachten bei den... Bei Scheidung!
00:02:43: Bei was auch immer Und das haben wir über eine gute halbe Stunde abgesprochen.
00:02:47: Auch wer sitzt?
00:02:49: wo wird sich da gesiezt geduzt?
00:02:51: Was gilt es zu besprechen?
00:02:52: Wo sind Fallstricke?
00:02:54: Also so ein bisschen.
00:02:54: Wir haben eine kleine zähnische Lesung eines Familienrates durchgeführt
00:03:00: Klingt sehr spannend, sehr komplex und kann mir auch vorstellen dass es noch mehr von ihm braucht heutzutage.
00:03:05: Jetzt wird man mehr Unternehmen und Vermögen auch übertragen werden?
00:03:09: Ja es braucht immer mehr weil man merkt das ja schon bei einer ganz normalen kleinen bürgerlichen Familie Es gibt immer mehr ganz unterschiedliche Lebensentwürfe Und wenn die innerhalb einer Familie aufeinander knallen ist das ja kompliziert genug.
00:03:23: Hängt daran auch ein Riesenunternehmen wird's ungleich schwieriger.
00:03:26: Das heißt da sind sehr viele Interessenfelder sehr viele Konfliktfelder Und mitunter muss man da wirklich in die Mediation gehen und, das macht Thomas auch wirklich eine Art von Traumaforschung.
00:03:38: Ja hochinteressant?
00:03:39: Ich würde sagen wir hören mal rein!
00:03:41: Das machen wir.
00:03:42: Gebt uns bitte fünf Sterne für so ein interessantes Gespräch und wir wünschen beste Unterhaltung.
00:04:05: Und versuchen das mal so ein bisschen zähnisch darzustellen.
00:04:12: Hilft mir ganz kurz, du bist Experte was Family Governance angeht.
00:04:14: Du kennst Unternehmerfamilien und kennst auch die ganzen Monster, die da teilweise unter den Teppichen liegen.
00:04:21: Wo findet denn unser Gespräch statt?
00:04:23: Welche Familie müssen wir uns davor stellen?
00:04:26: Ja Malte tatsächlich seit fünfundzwanzig Jahren arbeite ich mit Unternehmer-Familie und die letzten zwanzig Jahre als Family Officer Und da haben wir sehr viele Familien Tage, sehr viele Familienratssitzungen gehabt in der Zeit.
00:04:43: Wir sind heute bei Familie Schmidt.
00:04:45: Familie Schmidt ist wohlhabend?
00:04:47: Eine Unternehmerfamilie?
00:04:49: Gab es ein Cash-Event?
00:04:51: Tatsächlich ist es oft so, dass man als Family Officer an den Tisch kommt wenn sich die Dinge verändern also entweder Generationswechsel oder eben auch einen Firmenverkauf weil dann muss vieles neu geregelt werden.
00:05:03: Es ist für unsere Überlegung, was ist gelebte Governance.
00:05:07: Aber egal ob wir eine Firma haben oder nicht, wirst du gleich sehen
00:05:11: Wie lange kennst Du denn die Familie Schmidt schon?
00:05:14: Ich habe das Glück dass ich die schon etwas länger erkenne.
00:05:16: Das heißt das Wichtigste ist schon da.
00:05:19: Es gibt ein Vertrauen und man kennt sich
00:05:22: Du zutzt man sich
00:05:23: oftmals.
00:05:24: Nein tatsächlich nein Wirklich!
00:05:26: Das ist denn Herr- und Frau Schmidt?
00:05:27: Ja
00:05:28: und das auch noch nach dreizehn Jahren.
00:05:29: Und die Kinder Auch.
00:05:33: Also da sind wir jetzt ganz stark beim Thema Wertekanon schon, aber da zähle ich gleich was zu.
00:05:39: Wir sitzen also heute bei Familie Schmidt am Tisch.
00:05:42: Das ist oftmals der Konferenzraum in der Firma Aber manchmal auch der große Esstisch Zuhause.
00:05:50: Okay, wir sind jetzt wo?
00:05:52: Wir sind am Esstish
00:05:53: Zu Hause.
00:05:54: Ja Ist das ein emotionales Thema wenn man so nach Hause... kommt oder anders.
00:06:01: Das ist ja so ein bisschen deren Biotop, nicht deins?
00:06:04: Ganz
00:06:04: genau!
00:06:05: Also du bist erst mal zu Gast.
00:06:06: das wäre was anderes.
00:06:07: würden wir die bei uns in die Bank oder in die Vermögensverwaltung ins Family Office eingeladen.
00:06:11: Also
00:06:11: malte da sprichst du genau den Punkt an.
00:06:15: es geht hier nicht nur um Firma, Vermögen sondern auch viel um Emotionen und deshalb ist die Frage wo findet er statt und wer sitzt mit am Tisch?
00:06:24: Super Ist immer die Kernfrage am Anfang und dann muss man auch achtsam mit umgehen.
00:06:30: Also wer sitzt da heute am Tisch?
00:06:32: Außer der Familie, das ist ja noch nur ein spannender Aspekt.
00:06:35: Aber wir haben die Ehleutesch mit.
00:06:37: Wir sprechen gleich über die Familie aber wer sitzt dann noch außer der Familie?
00:06:41: Du bist der Family Officer.
00:06:43: Ganz genau!
00:06:43: Der Family Officer ist meistens mit am Tisch.
00:06:45: Du
00:06:45: hast den Überblick über das Vermögen und im Endeffekt eine ganzheitlichen Überblick was die Vermögenslage angeht.
00:06:54: Okay, dann sitzt da einen Jurist mit am Tisch?
00:06:57: Ganz genau
00:06:58: Das macht die ganze Sache ja eher dröge, ne?
00:07:01: Der hat seine Rolle erzählt gleich.
00:07:03: Okay einer von der Steuer
00:07:05: völlig richtig
00:07:07: Wenn wir gleich über die Familie reden.
00:07:09: trotzdem eine Frage sitzt da auch alles angeheiratete Männlern oder Weiblein?
00:07:14: Also du legst den Finger in die Wunde.
00:07:16: aber lass uns mal die drei typischen Berater nochmal kurz durchgehen
00:07:20: Benker Jurist Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer
00:07:25: Und die haben alle ihre Rolle und die haben allen ihren Beitrag Denn natürlich brauche ich einen Anwalt der eher mit einer Familienverfassung Satzungen, Verträgen und Beschlüssen unterwegs ist.
00:07:36: Denn alles was wir da tun muss rechtssicher sein.
00:07:39: Ich brauch den Steuerberater nicht nur für die Einkommensteuer also nicht nur um das Netto vom Brutto zu optimieren sondern eben auch insbesondere in der Vermögensnachfolge.
00:07:49: Und der Family Officer Das sind ja typischerweise Bankkaufleute BWLer Finanzplanern.
00:07:55: Die bringen immer ihren Vermögensbericht mit.
00:07:57: Wir reden über Rendite und über Investments.
00:08:00: Es ist schon interessant, wenn du eine Familienratssitzung hast Und einer dieser Disziplinen ist nicht mit dabei.
00:08:06: Das führt manchmal dann schon vom Staat weg zu einer gewissen Unwucht.
00:08:09: Aber eigentlich brauchen wir alle drei Disziplin um gute Entscheidungen zu treffen.
00:08:13: Eine Frage für die Praxis Wer fehlt regelmäßig Obwohl er dabei sein sollte?
00:08:19: Ich würde sagen, der Family Officer und der Anwalt ist am stärksten vertreten.
00:08:24: Der Steuerberater nicht immer so.
00:08:26: Aber ich halte es auch für eine wichtige Disziplin.
00:08:28: die Kernfrage, die vielleicht ansprichst ist wer moderiert diesen Beraterkreis?
00:08:33: Und wer setzt den Ton?
00:08:35: Je nachdem sind die Schwerpunkter halt auf der einen oder anderen Seite.
00:08:39: Ich denke man kann konstatieren dass in Unternehmerfamilien mit komplexen Vermögenssituationen auf jeden Fall der Anwald wichtiger Partner ist Denn da geht das quer durch die Investment-Vehikel.
00:08:52: Da müssen belastbare Beschlüsse gefasst werden und der Family Officer ist ja letztlich der Kaufmann am Tisch.
00:08:58: Alles klar!
00:08:59: So, damit haben wir den Beraterkreis ganz gut zusammengebracht finde ich jetzt die Familie.
00:09:05: Ihr Leute Schmidt?
00:09:06: Wer ist die Familie?
00:09:08: Genau, die prinzipale, sagt man oft oder die Patriarchen, wobei Patriarche kann ich dir sagen im In der Beratung über Generationen hinweg ist das Patriarchat etwas unter Druck, was den Wertekanon betrifft.
00:09:24: Also das Wort benutzen wir eigentlich typischerweise gar nicht mehr.
00:09:30: Wie alt sind denn die Eheleute Schmidt?
00:09:33: Das kommt jetzt drauf an.
00:09:34: und jetzt sind wir eigentlich schon bei dem Punkt Generationsübergreifen dazu gestalten.
00:09:39: Weil du hast mir als wir unser Briefing hier hatten gesagt naja es geht ja auch immer um Next-Gen So, und das ist natürlich ein ganz spannender Punkt.
00:09:48: Wer ist eigentlich die Next-Gen aus deiner Sicht?
00:09:51: Im Fall von Familie Schmidt würde ich sagen da müssen die Kinder mit am Tisch sitzen weil unabhängig davon ob da ein Unternehmen oder ein großes Vermögen irgendwann mal an die nächste Generation übertragen wird wenn wir über so etwas wie eine Familienkarte sprechen dann gehört da natürlich die ganze Bande Mitantisch.
00:10:12: Ich finde den Begriff next gen bisschen Schwierig.
00:10:16: Ich glaube einfach, wenn wir sowas wie eine Familienverfassung sprechen dann ist ja zwangsläufig da sollte jeder sitzen der zur Familie gehört.
00:10:26: Das ist ein ganz schwieriges Verhältnis mit der Next-Gen Denn was wir da draußen sehen Ist der Begriff Next Gen sehr auf junge Leute bezogen.
00:10:35: Ja das ist nicht der Ansatz den ich in der Praxis sehe.
00:10:39: Für mich ist die next gen Die Generation die in naher Zukunft Verantwortung übernehmen soll oder darf, oder will.
00:10:50: Das hat mit dem Alter erst mal nicht so viel zu tun.
00:10:52: aus Sicht der Governance geht es darum wer steht da in den Startlöchern?
00:10:57: Aber deshalb macht doch schon ein Unterschied ob da ein Kind ist was erstmal in die Ausbildung geht ins Studium geht vielleicht noch ein paar Jahre ins Ausland gehen sollte oder ob da jemand schon in Anführungsstrichen fertig ist mit Ende dreißig Anfang vierzig und auch schon im Familienunternehmen oder bei einem Wettbewerber erste Erfahrung gesammelt hat.
00:11:18: Ganz genau!
00:11:19: Und der Kreis, der an so einen Familienrat am Tisch sitzt – wenn ich zurückblicke über die letzten zwanzig Jahre – da haben wir eine Wandbreite zwischen von achtzehn bis achtundachtzig.
00:11:31: Hat man vor zwanziger Jahren auch schon von der Next-Gen gesprochen?
00:11:34: Nein.
00:11:35: Das war in ganz anderer Form von Governance vor zwantig Jahren... Diese Idee, wir bringen die Generationen an den Tisch.
00:11:42: Das ist glaube ich etwas was sich über die Jahre entwickelt hat.
00:11:46: der kreis der entscheider war früher viel kleiner und heute auch.
00:11:50: demografisch bedingt haben wir wenn du in diesen schubladen denkst generation y & x & z wie sie erleisen jetzt das glaube ich gerade generation alpha volljährig.
00:12:04: Da kannst du davon ausgehen, dass Minimum drei Generationen wenn man in diesen typischen Clustern und Schubladen denkt am Tisch sitzt.
00:12:12: War das vor zwanzig Jahren einfacher?
00:12:14: Weil eher im Imperativ gearbeitet wurde.
00:12:17: was Papa vorschlägt wird gemacht fertig aus der Junior Kriegsunternehmen.
00:12:21: die Tochter muss gucken Und heute ist das alles ein bisschen sicherlich etwas wertschätzender und moderner aber auch ungleich komplexer dadurch.
00:12:31: Das ist genau der Punkt.
00:12:32: Also zum einen, es ist einfach die Erbfolge, die dazu führt dass der Kreis der Familie größer wird.
00:12:38: wenn ich jetzt den Wirtschaftswunder Unternehmer, Unternehmerinnen nehme, die mal ein Unternehmen gegründet haben und groß gemacht haben dann war das doch sehr auf dem Prinzipal bezogen.
00:12:51: heute haben wir ja auf jeden Fall mal zwei Generationen weiter viel mehr Leute am Tisch.
00:12:58: Frage wie moderiere ich einen solchen Familienrat ganz anders?
00:13:04: Die junge Generation ist selbstbewusster.
00:13:06: Man hat auch meinen Kindern immer gesagt, auf euch kommt es später an.
00:13:11: Ihr seid die, die die Bedingungen diktieren können ihr seid wenige.
00:13:15: Die Geburten starken Jahrgänge werden alt und das haben wir ihnen so oft gesagt dass sie das jetzt auch ernst nehmen und einfordern Und das halte ich auch für richtig.
00:13:25: Gibt es eine Tagesordnung für unser Treffen?
00:13:27: Malte?
00:13:27: ich merke, dass du so richtig Ahnung hast von unserem Business.
00:13:31: Also ich glaube der wichtigste Punkt vorweg noch mal bei der Besetzung ist geht es hier um Gremien also hat der Anwalt das sagen?
00:13:40: Geht es um die Abkömmlinge im Sinne der Vermögensnachfolge, die am Tisch sitzen?
00:13:45: wenn sie den Family Officer oder Entsteuerberater fragst geht es um Die Vermögensträger und wenn du mich als Mediator fragst dann geht Es um die Entscheider.
00:13:56: wer sind die Leute direkt oder mittelbar die Entscheidung, die dort getroffen werden beeinflussen.
00:14:03: Ja?
00:14:04: Ganz schön breites Feld und das muss man sich gut überlegen damit sich niemand ausgeschossen fehlt.
00:14:11: Wir müssen uns auf einer Lass uns doch gerne mal in unserem Praxisfall so eine Art Auf eine Ebene bewegen wo man zwangsläufig am wunden Tisch quasi auf ein Kompromissausmuss.
00:14:22: also wir können jetzt sagen da ist ein ordentlich liquides Vermögen vorhanden Der Vater denkt an Rendite und die Kinder oder die nächste Generation finden Rendite nicht schlecht, wünschen sich aber so ein bisschen Impact.
00:14:38: Und da kommt es ein bisschen zum Streitwehr übertrieben, aber in dem Spannungsfeld sind wir unterwegs.
00:14:45: Ganz genau!
00:14:46: Also dieser Wertekan und warum machen wir das hier?
00:14:49: Und was ist das übergeordnete Ziel?
00:14:51: Ist enorm wichtig aus meiner Sicht Und da bin ich ein Freund von Simon Sinek, Golden Circle.
00:14:58: Beginnt es tatsächlich mit dem Warum?
00:15:00: Start with Why sagt er ja.
00:15:03: Was ist der Purpose?
00:15:04: Was ist die strategische Leitdiener der Familie?
00:15:07: Das kannst du ganz gut eingrenzen.
00:15:09: wenn du eine Firma im Hintergrund hast und sich letztlich das bestrebende Familie darum dreht diese Firma zu erhalten und weiterzuentwickeln dann hast du eigentlich Purpose immer ganz gut geklärt.
00:15:23: Verkaufst du die Firma?
00:15:24: Und da liegt im Wesentlichen Geld auf dem Tisch.
00:15:27: Dann musst du Purpose neu verhandeln, und das ist natürlich gar nicht leicht in Exit-Situationen.
00:15:34: wenn man davor steht und sagt was jetzt das Geld reicht für alle wo wollen wir hin?
00:15:40: dann kommen besonders diese Fragen aus den Tisch.
00:15:43: Impact Nachhaltigkeit ja wofür wollen wir uns engagieren?
00:15:48: was kommt alles nicht infrage dass es ein eigenes Beratungsfeld wo du viel Zeit drauf verbringen kannst.
00:15:57: Purpose ist auch so ein Next-Gen Wort, oder?
00:16:02: Es ist glaube ich immer wichtiger geworden in den Unternehmen.
00:16:06: also wenn ich ans Zinnig denke Golden Circle was ist das?
00:16:10: Purpose war ja von ihm auch insbesondere auf die Unternehmen fokussiert.
00:16:15: In meiner Sicht ist es die gleiche Frage bei Unternehmerfamilien für den Teil letztlich der privaten Investments.
00:16:23: Unternehmer-Senior Schmidt mit Purpose was anfangen?
00:16:26: Das ist etwas, was man miteinander echt einüben muss.
00:16:32: Früher war Purpose viel Pflichtgefühl.
00:16:35: die Firma voranbringen und persönliche Interessen zurückstellen...
00:16:40: Also ihr habt bräußisch aufgeladen?
00:16:42: Das is heute nicht mehr so!
00:16:43: Die Frage bin ich bereit mein Leben unter das Fortkommen der Firma zu ordnen oder dass das Vermögen erhalten bleibt oder welche Ziele da auch immer auf dem Tisch liegen, da hat sich der Wertekanon enorm gedreht die letzten Jahre.
00:17:01: Wir müssen ja immer noch stückweit kompatibel bleiben zwischen den Generationen.
00:17:06: Nun ist natürlich Schmidt Junior – er ist ja nicht vom Baum gefallen und sitzt da auf einmal bei uns am Essdisch sondern der ist ja mit dem Vater und der Familie in diesem unternehmerischen Umfeld groß geworden.
00:17:18: also dem trauen wir ja natürlich auch zu eine unternehmerische Sicht auf die Dinge zu haben.
00:17:23: Der ist jetzt nicht da und will im Garten die Bäume
00:17:25: umarmen.".
00:17:49: Da reden wir nicht über Philanthropie und ich glaube, da trifft man sich nachher wieder ganz gut.
00:17:54: Deshalb hat Impact Investing auch in dem generationsübergreifenden Familienstrategiethema eine große Bedeutung bekommen.
00:18:02: Macht es einen großen Unterschied ob die Familie in achter Generation dort sitzt und richtig altes Geld ist oder ob das quasi Neu-Reiche sind, die in erster Generation Was ganz Tolles geschafft haben jetzt aber erstmals übergeben.
00:18:20: Also in dynastischen Strukturen hast du diese Familienstrategie Themen ja oft lange, lange eingeübt und auch gelebt.
00:18:27: Und deshalb sage ich am Anfang lass uns übergelebte Governance sprechen.
00:18:31: da sind viele Dinge gesetzt und werden auch quasi vom Tag eins der Geburt an immer wieder gelebt und immer wieder auch praktiziert.
00:18:41: Es ist eine andere Situation wenn wir einen Vermögen haben, was sich erst über die letzten Jahrzehnte entwickelt hat.
00:18:48: Und insbesondere ist es ein Thema wenn man die Firma verkauft hat und jetzt da steht und sagt wat nu?
00:18:53: Wie wichtig ist das so eine Familienverfassung?
00:18:56: Atmet!
00:18:56: Es ist sicherlich etwas ganz Tolles Wenn man vor sechs Generationen gesagt hat alle Firmenlänke müssen Katholiken sein.
00:19:02: Das ist natürlich heute nicht mehr so wichtig.
00:19:06: Gleichwohl haben wir Heute Ganz moderne Lebensform Patchwork-Familien, Kinder die in der Familie adoptiert werden oder mit aufgenommen werden.
00:19:15: Wie wichtig ist das so eine Verfassung sich stückweit den Herausforderungen der modernen ja stellt?
00:19:21: Die Familienverfassung wie ich sie erlebe da ist eher der Weg das Ziel also die Gespräche darüber was könnten die Grundelemente und die Eckpfeiler der Familienstrategie sein.
00:19:33: Die bringen den Fortschritt.
00:19:35: es ist nicht das geschriebene Dokument.
00:19:37: Insofern ist es wichtig, diese Gespräche über die Familienstrategie auch immer weiterzuführen und so wie du sagst auch an die neuen Gegemheiten anzupassen.
00:19:46: Eine Familienverfassung ist aus meiner Sicht nie in Stein gemeißelt sondern das.
00:19:50: Familien-Strategie ist ein Prozess indem man immer wieder moderiert und auch mit dem Beraterkreis zusammenkommt um zu schauen was man möglicherweise auch weiterentwickeln muss.
00:20:00: In dieser Gespräche bringen die Familie zusammen.
00:20:03: Diese Gespräche schaffen das Vertrauen, dass die Spielregeln, die man damit vereinander vereinbart hat auch eingehalten werden und belastbar sind.
00:20:10: Wie sind ein Stück weit die Sympathien am Tisch verteilt?
00:20:15: Der Unternehmer der seit dreißigvierzig Jahren die Firma leitet dort ein- und ausgeht, der hat natürlich mit seinem Wirtschaftsprüfer oder Steuerbrater jemand an der Seite, der super loyal ist... Stück weit wahrscheinlich auch nach der Pfeife des alten Tanz und jetzt wollen die Kinder sich da auch Gehör verschaffen.
00:20:34: Wie wichtig ist es da, dass man stückweit gerade du als Family Officer nicht zu parteisch bzw neutral ist?
00:20:42: Im Prinzip hast Du im Beraterkreis die gleiche Herausforderung was den Generationswechsel betrifft wie in der Familie selber Und das wäre schön wenn die Familie sich auf einen gemeinsamen Berater Kreis für die Familienstrategie einigt, damit wir nicht unterschiedliche Lager von Anwälten und Steuerberatern usw.
00:21:03: haben.".
00:21:03: Ich stelle mir das so vor, dass der Familienrat ein Safe Space ist für die Familie in dem man offen und konstruktiv die Dinge entwickeln kann – und nicht eine Kampfzone wo die Konzepte unterschiedlicher Beraterlager aufeinandertreffen und man letztlich eher im Konflikt als eben in der Harmonie agiert.
00:21:23: Vielleicht bin ich ein bisschen idealistisch, was ich mir da so wünsche.
00:21:26: Aber der Familienrat als Safe Space und dann geht es zurück auf die Frage, wo treffen wir uns?
00:21:32: Ist das Wohnzimmer oder ist es die Firma oder treffen wir in dem Konferenzraum beim Anwalt?
00:21:37: Das macht eben einen großen Unterschied nachher für die Atmosphäre.
00:21:40: Wir können ja noch mal drüber sprechen.
00:21:42: Wir waren bei den Beratern und wer da letztlich sagen hat und den Ton angeht
00:21:46: Genau!
00:21:47: Das ist genau die Frage dieser Konstellation.
00:21:50: Wer entscheidet am Ende?
00:21:52: Wer ist nur da und bekommt Informationen, hält aber bitte schön den Mund.
00:21:57: Und wer wird nach seiner Meinung gefragt?
00:22:00: Wenn du so diese drei Ebenen nimmst in Form, Konsalt, Decide hat ja jede Familie eine völlig eigene Dynamik und das Entscheidende ist eben wie verbindlich sind die Beschlüsse.
00:22:10: Das geht schon los.
00:22:11: beim Agenda Setting fällt die Tagesordnung für das Familienrats Treffen vom Himmel.
00:22:17: Zwei Wochen vorher kriegt ihr dann E-Mail, da ist die Agenda drin und darüber wird gesprochen über den Rest nicht.
00:22:23: Oder ist es ein Prozess wo man miteinander gestaltet?
00:22:26: Und auch neben Gremienbeschlüssen und neben Vermögensthemen auch im Sinne der Familienstrategie Akzente setzen kann?
00:22:35: Ja das glaube ich ganz wichtig!
00:22:36: Das muss Struktur haben, muss sauber erarbeitet werden.
00:22:40: Das darf nicht einfach so zwischen Tür und Angel mal kurz runtergestrieben sein.
00:22:45: Nur bewegen wir uns ja da auf der einen Seite, sagen wir es mal so in einem sehr trockenen prozessualen Prozess.
00:22:51: Auf der anderen Seite spielen der Emotionen eine ganz große Wolle.
00:22:54: Das heißt jetzt stellen wir uns vor, der Patriarch möchte zurücktreten und er sagt am Familientisch.
00:23:02: ich kann auch gut loslassen das hier völlig abbrüche.
00:23:05: Dann weiß man doch dass der jeden Nachmittag mit Erzeitung in die Firma kommt guckt, ob Junior da alles richtig macht.
00:23:12: Und dann sitzt er weiter hinten in seinem Eckbüro und hat eine riegelalter sehr lojahler Mitarbeiter um sich rum und ist am Ende immer noch der, der die Ton angibt.
00:23:23: Da meinst du ja ein sehr buntes Bild und ein bisschen klischeehaft natürlich aber ich weiß was du meinst... Übertreiben
00:23:29: verdeutlicht manchmal!
00:23:30: Ja und das ist eben auch so.
00:23:32: wir müssen verstehen wo diese Verhaltensweisen und auch die Konflikte herkommen.
00:23:39: Und jetzt begebe ich mich mal ein bisschen raus aus dem Thema Rechts- und Steuerberatung und Family auf uns.
00:23:45: Wir haben hier mit den Generationen am Tisch, und jetzt haben wir tatsächlich den Wirtschaftswunderunternehmer mit achtzig Jahren immer noch quasi als wesentlichen Entscheidungsträger da an Bord.
00:23:54: Seine Kinder sind so zwischen so um die fünfzig, vielleicht würde ich sagen?
00:23:59: Und deren Kinder sind ja auch schon wieder volljährig!
00:24:01: Also wir haben ja drei erwachsene, volljährige Generationen.
00:24:06: Und was ist eigentlich los, warum das Opa so schwierig?
00:24:09: Fragt sich vielleicht die Next-Next-Gen.
00:24:12: Ja...
00:24:12: Da müssen wir achtsam und sensibel mit umgehen.
00:24:15: Die der Träger für diese Konflikte, die wir da haben und für dieses Verhaltensweisen können natürlich auch sehr in seiner Biografie stecken Auch in Traumatar.
00:24:26: Diese Generation hat den Krieg noch erlebt als Kind.
00:24:29: Manche Dinge wie Festhalten oder nicht abgeben können hat auch mit Unsicherheit, mit Ängsten und Erfahrungen zu tun.
00:24:39: Wir geben uns hier in einen Bereich der traumasensiblen Begleitung von solchen Dingen mindestens im Bereich der Mediation.
00:24:48: Und das ist natürlich etwas was ich in der Praxis nicht viel sehe.
00:24:52: Opa ist halt schwierig, Opa kann dich loslassen.
00:24:55: Das wäre wirklich zu kurz gesprungen.
00:24:57: aber will man wirklich so tief einsteigen Geht man doch lieber auf die juristische Ebene und schaut, wer hat welche Mehrheiten?
00:25:05: Also ich glaube das wäre ein eigenes Thema über transgenerationale Konflikte zu sprechen.
00:25:11: Ich will es aber nicht quasi nicht angesprochen haben denn ich denke es ist mehr als opa ist schwierig oder die jungen Leute wollen nur so neumodisches Zeug.
00:25:20: So simpel ist es eben so holzchnittsartig eben doch nicht.
00:25:23: und dass ist immer die Frage wie weit sich die Familie das traut In diesem Safe Space Familienrat in dieser Offenheit auch über solche Dinge zu sprechen.
00:25:33: Wie wichtig ist es, in einer funktionierenden Familie mit drei Generationen an einem Tisch stückweit auch ja den Krisenfall durchzuspielen?
00:25:44: Also wirklich dass man der jungen Enkelin sagt pass auf meine liebe wenn du heiratest musst ein Ehevertrag machen.
00:25:53: Ist natürlich für die in ihrer Welt alles rosa rot Und sagt, wofür denn?
00:25:59: Aber wie sensibilisiert man
00:26:01: da?".
00:26:02: Da sind wir schon bei der Familienverfassung und den Spielregeln die er miteinander besprochen hat.
00:26:08: Also ich habe das selbst erlebt, wenn man nachträglich noch Eheverträge abschließen muss nachdem auch schon Paare länger zusammenleben oder auch Ehe-Verträge modifizieren muss.
00:26:18: Das ist ein hoch emotionaler Prozess.
00:26:21: Da ist es wichtig eben die Berater an Bord zu haben moderieren aber auch auf der Sache die Argumente richtig würdigen.
00:26:29: Es ist wichtig diese Spielregeln miteinander zu kennen, sie offen zu legen und dann auch einzuhalten.
00:26:36: Ich glaube das ist nicht die Sachfrage gibt es ein Pflichtheitsverzicht, gibt es einen Ehevertrag sondern es ist die Frage ist es für alle biffverbindlich?
00:26:45: Ist es unser Common Sense dass wir das wollen?
00:26:49: Gibt es irgendjemand, der da ausschert?
00:26:50: Weil er einfach sich die Freiheit nimmt?
00:26:53: oder ziehen wir alle an einem Strang und leben wie das was wir da verabredet haben.
00:26:59: Nur so entsteht das Vertrauen dass eine Familie über die Generationen funktioniert indem man die Spielregeln die man sich miteinander gegeben hat auch einhält.
00:27:07: Nun wissen wir selber aus ganz bürgerlichen familiären Konflikten schon, dass man sich wunderbar zusammenreißen kann und trotzdem eskaliert ist irgendwann weil sich Ansichten ändern Lebensumfelder.
00:27:21: Wenn die Kinder oder die Enkel heute dem ganzen zustimmen, heißt es ja nicht trotzdem dass sie morgen vielleicht nicht ausscheren aus welchen Gründen auch immer.
00:27:29: dagegen kann es gar kein Rezept geben?
00:27:32: Doch ich denke schon wenn ich dann an die Anwaltschaft denke.
00:27:36: da hat sich über die Jahre zum Beispiel die Ausbildung als Mediator durchgesetzt.
00:27:42: sehr viele Anwälte haben eine Mediationausbildung gerade im Familienrecht.
00:27:46: Ich habe das selber vor zehn Jahren gemacht und kann nur sagen, ich würde auch jedem Family Officer empfehlen die Grundelemente der Mediation ins neue Wirtschaftsmediation zu verstehen.
00:27:56: Und auch den Handwerkskasten draufzuhaben.
00:27:59: Denn so wie du es beschreibst jetzt seid mal alle vernünftig.
00:28:03: Das ist keine Empfehlung mit der man arbeiten kann wenn mal die Emotionen hochgehen da muss man viel tiefer rein.
00:28:10: Wenn man das Unternehmen noch im Rücken hat hat man ja einen Bezugspunkt als Familie.
00:28:16: Wenn man den Exit gemacht hat und auf einmal hast du da bei deiner Sparkrasse Fünfzighundert Millionen umliegt, dann fehlt ja der Bezugsspunkt.
00:28:26: Ganz genau!
00:28:27: Wie wichtig ist es auch wieder stückweit Mediatoren alle gesellschaften Kinder enge darauf vorzubereiten?
00:28:34: Das kommt ein bisschen auf die Ausgangslage bezüglich des Vermögens an.
00:28:38: also wenn Du verkaufst Hast du heute oftmals den Verkauf aus einer Holding heraus?
00:28:44: Ja.
00:28:44: Schon aus steuerlichen Gesichtspunkten Da ist die Lage relativ einfach, da liegt das Geld in der GmbH wie so eine Spardose und solange du es nicht ausschüttest bist du letztlich der Governance dieser Gmb H unterworfen und da sind die Mehrheitsverhältnisse in irgendeiner Form gestaltet.
00:28:58: oder wenn du eine Familienstiftung hast, ist es auch sehr schön klar, dann setzt das eigentlich den Rahmen.
00:29:04: Wenn du ein Verkauft Situation hast wo jeder gesagt Geld auf den Tisch kriegt Und dass habe ich tatsächlich Praxis auch schon öfter, dann stellt sie wirklich die Frage wollen wir noch miteinander?
00:29:15: Wirklich.
00:29:16: Ja ernsthaft das war hier in Hamburg-Anfall vor einigen Jahren.
00:29:20: da haben wir am Tisch gesessen und gesagt wollen wir miteinander hier dass als Familienvermögen sehen?
00:29:26: oder ist es aus eurer Sicht das persönliche Privatvermügend?
00:29:30: jeder kann mitmachen was er will Und das ist eine wichtige Differenzierung.
00:29:34: Was ist eigentlich das Familien invest, was ist das Familienvermögen?
00:29:39: Was ist das, was wir gemeinsam gestalten wollen.
00:29:42: Aber wenn da jeder so seinen Anteil mitnimmt heißt es ja trotzdem nicht dass das Tissue zerschnitten ist oder?
00:29:47: Das muss man eben miteinander besprechen.
00:29:49: ich habe mal gesagt Herpes ist familienfrieden.
00:29:53: also das übergeordnete Ziel dieser ganzen Dinge die wir tun in diesem Beraterkreis ist den Familienfrieden zu wahren Die rechtliche Struktur oder der Steuernspan oder die Rendite im Vordergrund.
00:30:07: Und wenn man das vor Augen hat, ich glaube dann ist auch klar wohin da die Reise gehen muss in so einem Familienrat wo eigentlich die Leitlinie ist
00:30:15: Aber nochmal zurück natürlich mit der Firma noch Da ist dass der der Fixstern der Bezugspunkt.
00:30:20: jetzt haben wir die hundert Millionen auf dem Tisch liegen.
00:30:22: jeder kriegt ein bisschen.
00:30:24: da ist Natürlich viel mehr Raum für sehr individuelle Spinnerei, oder?
00:30:30: Genau.
00:30:30: Und das ist auch ein wichtiger Teil in dem Beratungsprozess zu definieren was ist das höchstpersönliche also was es meins und was ist unsass.
00:30:39: denn Das Vermögen ist ja auch über viele Jahre Jahrzehnte noch länger erst gewachsen und man hat hier auch vielleicht eine Verantwortung mit übernommen und Es ist in der Regel nicht so dass jemand sagt alles meins Ja das kommt von der Generation davor oder da vor.
00:30:57: Mainz und Deins ist auch wichtig.
00:30:59: Jeder braucht auch seinen privaten Raum, seine Privatsphäre, seinen höchstpersönlichen Entscheidungsrahmen wo er auch seine Freiheitsgrade hat.
00:31:08: aber wir sprechen dann auch darüber was es uns ist?
00:31:10: Was ist das Familienvermögen und was ist das was wir über Generation bewahren und entwickeln wollen?
00:31:16: Und das ist Teil des Beratungsprozesses.
00:31:18: tatsächlich wenn man über Familienstrategie spricht
00:31:20: Jetzt können großartige Unternehmer ganz lausige Investoren sein Während das operative Geschäft läuft, ist das sicherlich ein ganz toller Austausch mit so einem Patriarchen oder auch der nächsten Generation.
00:31:32: Aber jetzt liegen da die Hundert Millionen und jetzt dreht Familie Schmidt da völlig frei?
00:31:37: Wie wichtig ist es denn dass du im Endeffekt da auch ein bisschen Mediator aber auch fast schon ein bisschen therapeutisch tätig bist?
00:31:46: Ja natürlich bin ich kein Therapeut!
00:31:48: Ich bin in dem Beraterkreis als Family Officer typischerweise der Kaufmann am Tisch.
00:31:53: Wir brauchen aber natürlich in der Vermögensnachfolge auf steuerlich eine guten Rat, denn wenn dreißig Prozent von dem Topf wieder weg sind dann tut das auch weh und das muss juristisch in Beschlüssen, Satzungen, Verträgen auch natürlich alles abgebildet werden damit es auch wirklich funktioniert.
00:32:11: Ich glaube wir brauchen da wirklich einen kompetenten und sensiblen Beraterkreis der mit der Familie diese drei Ebenen gestaltet.
00:32:20: oft wird im Verkauf was man vorher vielleicht nicht so hatte, als man im Wesentlichen das Vermögen in der Firma hatte.
00:32:26: Oft wird in dieser Situation daneben tatsächlich ein Family-Office entweder gegründet oder beauftragt.
00:32:31: Am Ende, wie du sagst muss das Geld irgendwo hin und das ist eben eine sehr kaufmännische Aufgabe am Ende.
00:32:37: Man braucht einen Vermögenscontrolling und man muss eben das auch überwachen.
00:32:41: denn wenn man vorher die Firma hatte wo man jede Schraube kannte dann ist es jetzt so dass man bei dem liquiden Vermögend das erstmal investiert werden muss, wofür man eine Allokation braucht.
00:32:52: Da befindet man sich als Unternehmer oft außerhalb der Komfortzone und begibt sich in Investitionsfelder wo man sie nicht gut auskennt und das schafft Unsicherheit.
00:33:01: Jetzt ist ja nach wie vor das übergeordnete Ziel Purpose-Familienfrieden.
00:33:07: Darf man da ein bisschen Spinnerei auch zulasten?
00:33:10: Die Spielwiese von Ideen und vielleicht auch mal etwas sportlicheren Investments Auch mal was ausprobiert, die muss es geben finde ich.
00:33:21: Wir brauchen Raum für Innovationen.
00:33:23: wir brauchen Raum for Impact Investing damit auch alle Generationen in diesem Wunsch nach Veränderung und Modernität und Innovation sich wiederfinden.
00:33:34: das ist ein Fahndungsprozess.
00:33:35: deshalb gibt's da gar keine schwarz-weiß Lösung.
00:33:38: Ich denke man hat am Ende diesen Topf des Familienvermögens der Übergeneration erhalten werden soll Und man hat genauso Das Thema Wachstum und Innovation, wo man sagt da sind wir bei neuen Trends dabei.
00:33:51: Da raucht auch mal was ab aber wir haben es auf jeden Fall versucht und versuchen zu verstehen was die Zukunft bringt.
00:33:58: Die alten Schmitz werden langsam müde.
00:34:00: gibt's eigentlich ein dasswein dazu?
00:34:02: In der Sitzung nie!
00:34:03: Wirklich nicht!
00:34:04: Nein!
00:34:05: Da wird gearbeitet.
00:34:06: also ich habe das noch nicht erlebt.
00:34:08: dass sie ja über die strenge geschlagen haben im Familienrat das machen wir eher danach.
00:34:14: Okay na gut wir sind ja alle per sie Also kein Wein.
00:34:18: Aber die Schmitz sind müde, er ist ja schon achtzig und die Enkel wollen los?
00:34:22: Du hast auch über Nachkriegsgenerationen oder Kriegsgeneration sogar gesprochen und über Narrative, die über Jahrzehnte gewachsen sind und wahrscheinlich auch Konfliktmechanismen aus denen man nicht so schnell raus kommt.
00:34:34: und trotzdem sitzen da drei Generationen, die sich stückweit wertschätzen aber auch ganz klar individuelle Interessen haben.
00:34:40: Was gibt man innerhalb so einer Gemengelage?
00:34:44: was kannst du denn dafür Tipps?
00:34:47: Ich habe mir, weil ich ja wusste du wirst mich fragen was sind deine Empfehlungen?
00:34:50: Habe ich mir ein paar aufgeschrieben.
00:34:52: Sehr gut!
00:34:53: Ich denke das wichtigste ist der ganze Family Governance und dieser ganzen Prozess soll Vertrauen bilden.
00:35:00: diese Spielregeln die man vereinbart sollen auch belastbar sein und dass muss auch so gelebt werden sonst ist das Vertrauen nicht da.
00:35:08: Ich würde immer darauf hin arbeiten die Menschen in Fokus zu nehmen Nicht die Firma nicht das Vermögen.
00:35:15: Und da sind wir natürlich dabei, frühzeitig die nächsten Generation einzubinden in dem Maße wie man eben den das auch zutraut.
00:35:25: Also Vertrauen ist nicht Zutrauen.
00:35:27: dann müssen wir auch differenzieren und besonders achtsam kommunizieren.
00:35:32: also Dieses Patriarchat, das du vorhin schon mal angesprochen hast, war es einfach durchregiert.
00:35:37: Governance kommt von Govern-Regieren.
00:35:40: also das ist glaube ich nicht das wie man eine Familie über mehrere Generationen entwickeln kann.
00:35:46: da steigen viele dann vielleicht auch mal aus.
00:35:49: Vorhin spare ich vom Familienrat als Safe Space wenn die Konflikte hochkochen Mediation in Anspruch nehmen bisschen zu Traumasensibler Begleitung falls das nötig ist.
00:36:00: Da bewegen wir uns in einem Feld, was du in der Praxis nicht viel siehst und dem Beraterkreis gut moderieren.
00:36:07: Dass da nicht die eine Disziplin, die andere dominiert oder gar im Wettbewerb steht – das wäre schade weil es kostet wahnsinnig viel Energie und schafft auch Verunsicherung.
00:36:18: Und der letzte Punkt ist diese Ebenen des höchstpersönlichen, des Familienverbundes und der Firma.
00:36:24: Diese drei Ebene in der Arbeit auch sauber auseinander halten.
00:36:28: Nicht vermischen!
00:36:29: Das wäre so Eckpunkte, die ich glaube die wichtig sind damit es funktioniert.
00:36:34: Thomas jetzt kommen wir.
00:36:35: zwei Jahre später sitzen wir wieder bei den Schmitz alle noch quick gebändig und wir sitzen da wieder an dem selben Tisch.
00:36:43: woran erkennst du sofort dass alles so funktioniert wie wir beide uns das vorgestellt haben?
00:36:49: Das erkennt man total leicht wenn wir anfangen in diesem Gesprächen alte Themen aufzuwärmen.
00:36:57: Und damals hast du doch gesagt, und wir wollten doch eigentlich so und so.
00:37:01: Und jetzt siehst du was draus geworden ist?
00:37:02: Wenn man spürt dass es nicht eine Gesamtverantwortung gibt für das was man damit aneinander gestaltet hat sondern dass da aufeinander mit dem Finger gezeigt wird und Vorwürfe gemacht werden dann ist es nicht gut gelaufen.
00:37:17: Okay also wenn die Vorwurfsebene als erstes hochkocht Hat das nicht so geklappt, wie wir das wollen?
00:37:25: Genau.
00:37:26: Das und das Investment ist abgeraucht.
00:37:28: Das wolltest du unbedingt.
00:37:29: Wir wollten es doch gar nicht.
00:37:31: Und wer fühlen uns hier auch nicht gut informiert und das hast Du wieder durchgedrückt.
00:37:35: oder solche Geschichten.
00:37:36: wenn Wenn wir solche Gespräche führen dann ist es
00:37:40: nicht
00:37:40: gut gelaufen und dann macht Es auch gar kein Spaß.
00:37:42: und woran merken wir dass das richtig supergeklappt hat?
00:37:46: indem man auch mit schwierigen Situationen die sich eben unerwartet ergeben durch die Wirtschaftsentwicklung oder einen Investment nicht funktioniert, doch miteinander dasteht und sagt in Ordnung es ist wie es ist.
00:37:58: Wir haben das so entschieden.
00:38:00: was können wir tun um es zu verbessern?
00:38:02: Und man zukunftsgerichtet miteinander spricht und ich versucht im Rückblick noch irgendwie schwarze Peter Karten zu parteilen oder Schuldzuweisung zu machen.
00:38:12: Das merkst du ganz schnell in der Art wie man miteinander da kommuniziert.
00:38:18: Zustand, letztlich der Governance ist an dieser Stelle.
00:38:21: Wunderbar!
00:38:22: Vielen Dank lieber Thomas.
00:38:23: Wir haben das nicht eingeübt und ich entschuldige mich jetzt für allzu stereotype Darstellungen zum Beispiel im Beraterkreis.
00:38:30: wir haben das ja bewusst ein bisschen auf die Spitze getrieben.
00:38:33: es ist in der Praxis viel vielschichtiger und viel differenzierter.
00:38:37: aber ich glaube so kam's vielleicht überhaupt
00:38:39: absolut und ich finde wir dürfen auch ein paar Klischees bemühen weil dann übertreiben ja wirklich mit Unterverdeutlicht.
00:38:44: Ich bedanke mich bei dir.
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