Chase, Revolut & Co.: Wer krallt sich Deutschlands Sparer?
Shownotes
Die EZB zahlt Banken 2,25 Prozent, wenn sie Geld über Nacht bei ihr parken. Trotzdem zahlen rund 80 deutsche Institute ihren Kunden mehr als das. Chase bietet vier Prozent für vier Monate bis zu einer Million Euro und schickt Thomas Müller ins Fernsehen. Revolut hat mit 4,25 Prozent nachgelegt, allerdings nur bis 25.000 Euro. Die BBVA verzinst das Girokonto mit 3,5 Prozent.
Peter Barkow, Gründer des Düsseldorfer Research-Hauses Barkow Consulting, betreibt einen eigenen Einlagen-Monitor und ordnet ein, was hier gerade passiert. Seine Kernthese: Diese Zinsen sind nicht als Zinsgeschäft kalkuliert, sondern als Wachstumsinvestition. Sie stehen in derselben Budgetzeile wie ein TV-Spot.
Was Hörer aus dieser Folge mitnehmen
- Warum ein Zinssatz allein nichts bewegt. Barkow erklärt, wie aus einer Kondition eine Marktbewegung wird und warum Werbedruck und Sichtbarkeit in seiner Analyse gleichwertig neben dem Basispunkt stehen.
- Wer im ersten Halbjahr 2026 gewonnen und verloren hat. Kleine Privatbanken (inklusive Chase und BBVA) im Plus, große Privatbanken deutlich im Minus, Sparkassen praktisch seitwärts, Volksbanken leicht negativ. Wichtig: Der Markt insgesamt wuchs kaum – es wird umverteilt, nicht neu geschaffen.
- Die vier Ziele hinter jeder Zinskampagne. Refinanzierung, Neukunden, Zinsertrag, Cross-Selling. Und warum Zinsertrag das am schwersten erreichbare Ziel ist.
- Wie viel Geld tatsächlich bleibt. Barkows Faustregel bei hohem Lockzins und niedrigem Anschlusszins und was die vielen Sternchen in Angeboten bewirken sollen.
- Warum Zurückhaltung ihren Preis hat. Über 80 Prozent der deutschen Banken machen auf der Zinsseite nichts. Barkows Einordnung dieser Strategie als Zeitrechnung.
- Was der Zinskampf für die Fondsbranche bedeutet. Warum Geldmarktfonds in Deutschland anders als in den USA kaum eine Rolle spielen – und laut Barkow voraussichtlich auch keine spielen werden.
- Wohin der Wettbewerb als Nächstes wandert. Girokonto, Wertpapiere, Kredite. Plus Barkows deutlicher Widerspruch zur Annahme, kostenfreie Girokonten seien Geschichte.
Transkript anzeigen
00:00:02: Guck mal, da ist jemand im Markt der nicht nur hohe Zinsen hat sondern der eben halt auch Geld dahinter schnallt.
00:00:06: Denn am Ende des Tages ist es immer so dass die Zinskondition... Der Zinssatz ist eine Bedingung.
00:00:12: aber wenn niemand davon erfährt und niemand weiß das es diesen Zins gibt dann führt das auch nicht dazu, dass im Markt irgendetwas sich verändert.
00:00:21: Wir haben gesehen irgendwie Chase kommt mit vier Prozent in den Markt und dann irgendwie ups zwei drei Tage später waren Deutsche Banken mit denselben Zins im Markt.
00:00:28: Das war natürlich nichts anderes als zu gucken, irgendwie möchte ich die mal von den einzelnen
00:00:37: Ranglisten
00:00:39: der Topposition runterkicken.
00:00:44: Risiko-Hinweis Die Inhalte dieses Podcast beinhalten keine Kaufempfehlungen sondern dienen ausschließlich der Information und Unterhaltung.
00:00:51: Es handelt sich dabei um keine Anlageberatung.
00:00:53: Und jetzt geht's los Moin Malter.
00:00:55: Hallo Christoph wie gehts?
00:00:57: Gut, ich habe gerade mit Peter Barco gesprochen.
00:00:59: Den kennst du ja auch und wir haben über den Zinsmarkt in Deutschland gesprochen.
00:01:04: Also das was man aufs Sparbuck bekommt oder aufs Festgeld?
00:01:07: Genau!
00:01:08: Und das Interessante ist ja gerade die EZB.
00:01:10: Die zahlt Banken zwei Komma zwei fünf Prozent für das geparkte Geld Und trotzdem bekommst du in Deutschland gerade über vier Prozent aufs Tagesgeld.
00:01:18: Also Chase zahlt vier Prozent, vier Monate lang bis zu einer Million.
00:01:22: Schick Thomas Müller grad sogar ins Fernsehen.
00:01:24: Revolute hat jetzt nochmal nachgelegt.
00:01:26: jüngst, Vier-Kommer zwei fünf Prozent wenn auch für weniger Geld.
00:01:29: die BBVA ist dir dein Girokonto sogar drei mal fünf Prozent diese Zahlen.
00:01:34: Achtzig Bankenzahlen laut Peter im Moment mehr für Einlagen als die Zentralbank ihn dafür gibt Ganz freiwillig.
00:01:40: Und er erklärt, warum das seiner Meinung nach kein Wahnsinn ist sondern ein Marketing-Budget?
00:01:45: Das ist auf jeden Fall ein Thema was viele beschäftigen.
00:01:47: Bist du auch so'n Mensch der drauf guckt, was es für Zinsen gibt oder bist Du sogar so einen Zinshopper?
00:01:52: nenn ich's mal?
00:01:52: Nein bin ich nicht!
00:01:54: Ich habe aber nichts Wurst fürs Zins geben könnte.
00:01:56: also ich erinnere den ehemaligen geschätzten Kollegen Egon Wachtendorf Der innerhalb eines Jahres von der DAP zur Konsurs und zur komm direkt gewachsen ist.
00:02:04: irgendwo weil es überall irgendwo fünfzig Basispunkte mehr gab Bin ich nicht, bin aber auch so eine treu-dove Seele.
00:02:10: Das bin ich bei meinem Mobilfunkvertrag, bei meiner Bank.
00:02:14: Ich spring jetzt nicht für ein Prozent Zinsen irgendwo hin und
00:02:17: her.".
00:02:17: Weil darüber haben wir auch gesprochen... Peter nennt übrigens Nichtsinshopper.
00:02:21: er findet das ein bisschen despektierlich.
00:02:22: Er nennt sie Zinsoptimierer also die, die quasi nach vier Monaten dann zum nächsten wechseln.
00:02:27: Das ist ne doch größere Menge als man so denkt wenn man sich immer mal die Zahlen anguckt.
00:02:31: Ich bin persönlich aber auch nicht so, ich bin schon immer gefühlt bei meiner bank.
00:02:38: Trachs oder Rendite-Motor bei mir.
00:02:40: Ich hab paar defensive Fonds, Aktienfonds und Aktien... Aber Zinsen ist für mich brauche ich nicht!
00:02:47: Wir haben auf jeden Fall drüber gesprochen.
00:02:48: Wie sieht es denn jetzt aus bei den ganzen, ich sag mal jungen Wilden die jetzt kommen?
00:02:52: Also dass das jetzt von der Chase, von der Revolut kommt, das hat ja auch einen Grund, dass diese Bewegung nicht von den INGs, DKBs und Sparkassen- und Volksbanken herkommt.
00:03:00: Er hat auch analysiert wer am ersten Halbjahr quasi zu den Gewinnern von diesem ganzen Wettkampf gehört und wer zu den Verlierern und auch wer da im Verhältnis wie viel verliert.
00:03:09: Das ist ganz spannend, das mal einzuordnen.
00:03:12: Aber wenn du sagst Eingangsdastai unter Marketing Gesichtspunkten abzubuchen.
00:03:16: Dann geht es darum, was ist den Geldhäusern der Kunde als Lied quasi wert?
00:03:22: Ja genau am Ende geht's ja darum wer bezahlt die Party.
00:03:24: also du verlierst ja Geld wenn du nun mal vier Prozent oder vier Komma zwei fünf Prozent zahlst aber nur zwei Komma Zwei fünf Prozent erhält.
00:03:32: und natürlich ist die Hoffnung Sagen die jetzt so natürlich nicht, aber unterstelle ich und das stellt auch der Peter.
00:03:38: Dass eine Chase dich vielleicht irgendwann ins Private Banking ziehen möchte?
00:03:41: Das eine Revolute sagt macht doch bei uns ein Gehaltskonto drauf dann investierst du da vielleicht auch in ETFs.
00:03:46: Da haben wir ja auch jüngst gemeldet dass das Revolut jetzt eigene ETF auflegen wird Und das natürlich hinten rum dann bisschen Kohle kommt.
00:03:53: und das Deutsche sind sehr zinssensibel Zinsen ist das Beste um irgendwas zu akquirieren Und dass du natürlich das am Ende wie eine Kundenwerbung, Kundenprämie oder eine Marketingkampagne am Ende auch so verbuchst.
00:04:06: Und kennst so eine Untersuchung denn auch Verlierer?
00:04:09: Ja!
00:04:10: Wenn wir die auch erfahren...
00:04:11: Ja, wir erfahren es bei einigen einzelnen Instituten so ein bisschen Blick drauf.
00:04:15: Aber auf jeden Fall mit Blick der auf die Segmenten also die Volksbanken, die Sparkassen, die Privatbanken Also wer ist da jetzt eher Gewinner?
00:04:21: Wer ist er Verlierer?
00:04:23: Er macht auch den Blick nach vorne weil natürlich ist die Frage auch viele leben auch davon dass sie einfach noch eine sehr wechselunwillige Kundschaft haben.
00:04:28: aber irgendwann ist es vielleicht auch so attraktiv genug das plötzlich dann doch ne andere App auf deinem Smartphone ist.
00:04:34: Das gucken wir uns an und wir blicken auch kurz darauf.
00:04:36: was heißt das eigentlich für die Formbranche?
00:04:38: weil man guckt immer viel was passiert dazwischen Banken, aber es haben natürlich auch einige Geld in Cash ETFs oder Geldmarktfonds.
00:04:45: Das ist in Deutschland vielleicht nicht so groß wie in anderen Märkten, aber auch das gibt es und diese ganzen Facetten.
00:04:50: schauen wir uns da an.
00:04:51: Wunderbar!
00:04:52: Das ist sicherlich spannend.
00:04:53: Auch im Anbetracht der Fondsbranche, dass du vollkommen recht zu Meier so ein defensiver Fond auch ganz gut etwas brauchen um erstmal vier bis sechs Prozent zu bekommen.
00:05:00: Und wenn ich das schon bei der Bank um die Ecke kriege?
00:05:02: Ist das sicherlich auch eine Ansage gegen die zumindest gegen die defensive Fonds Branche.
00:05:07: Ich würde sagen fünf Sterne, wenn es dir bis hierhin schon gefallen hat.
00:05:10: Vier Komma zwei fünf reichen uns an der Stelle nicht aus und dann würde ich sagen ab ins Gespräch.
00:05:14: Gut Unterhaltung
00:05:24: Peter.
00:05:24: bevor wir gleich über Banken und Milliarden sprechen stelle dich doch bitte einmal ganz kurz vor was genau macht Barco Consulting?
00:05:30: Und ja wie bist du ausgerechnet dazu gekommen dass du den deutschen Einlagenmarkt so akribisch vermisst?
00:05:36: Ja also Barco-Consulting ist ein Research House oder einen Datenanalyse Spezialist für den Finanzsektor machen das Datenbasiert und monitoren halt, wie sagen wir mal, dass was an Daten im Markt verfügbar ist.
00:05:48: Und gucken uns halt immer an, was es gerade besonders umwucht, besonders spannend, besonders wichtig, besonders wichtig natürlich auch für unsere Kunden.
00:05:55: Da gibt's eine ganze Reihe von Themen.
00:05:57: Kredite ist etwas, was wir schon fast seit Jahrzehnten uns anschauen.
00:06:01: aber mit der Zinswende.
00:06:02: Der ECB ist natürlich auch der Einlagenmarkt wieder spannender geworden.
00:06:06: Einlagen waren ja ne lange Zeit lang etwas, das Teufelszeug war, was die Bank nicht haben wollten.
00:06:10: da gab's negativ Zinsen Und auf einmal mit der Zinswende der EZB haben Banken halt wieder angefangen, mit Einlagen Geld zu verdienen und jeder ist irgendwie aufgebracht noch.
00:06:19: Das haben wir zum Anlass genommen uns den Markt nochmal genauer anzuschauen und gucken uns den Markthalt im Prinzip ganzheitlich an.
00:06:28: also Ziel ist es mit dem einladen Monitor, den wir dafür entwickelt haben zeitnah die Wettbewerbssituation möglichst vollständig abzubilden
00:06:37: Bevor wir gleich darüber reden, was im Einlagenmarkt passiert.
00:06:40: Nimm uns mal mit in deinem Maschinenraum!
00:06:42: Eine Bank startet morgens um neun Uhr eine neue Zinsaktion.
00:06:46: Was passiert dann bei dir beziehungsweise bei euch?
00:06:48: Welche Daten sammelt ihr?
00:06:50: wie häufig aktualisiert ihr die?
00:06:51: Wie wird aus einer einzelnen Kondition irgendwann auch am Ende eine belastbare Markthese?
00:06:57: Ja genau wenn eine Bank ihre Zinskampagne starte ist das ja in aller Regel mit einer Zinserhöhung verbunden.
00:07:04: Das ist das erste Signal, was wir sehen und dann gucken wir halt auch wie sich die Sichtbarkeit der Bank im Online-Bereich verändert oder verbessert?
00:07:14: Ja also es ist so dass mehr Leute eben nach dieser Bank suchen, wie entwickelt sich die Präsenz auf den Vergleichsportalen, schaltet die Bankwerbung?
00:07:22: alles?
00:07:23: das sind Signale die wir uns angucken, die wir zu einer These verdichten und sagen guck mal da ist jemand dem Markt der nicht nur Hohelsinsen hat sondern der eben halt auch Geld dahinter schneidet nicht denn am Ende des Tages ist es immer so, dass die Zinskondition der Zinssatz eine Bedingung ist.
00:07:39: Aber wenn niemand davon erfährt und jemand weiß, dass es diesen Zins gibt, dann führt das auch nicht dazu, dass sich etwas im Markt verändert.
00:07:47: Also beide Sachen sind halt wichtig und am Ende ist halt immer irgendwie, gucken wir halt das allerdings mit etwas Zeitverzögerung.
00:07:54: Wie erfolgreich war denn sowas auch?
00:07:56: Ja wie erfolgreich war das für den Gesamtmarkt?
00:07:58: also hat es den Gesamtmarkt vielleicht sogar verändert dass da sehr viele Banken mit hohen Zinskonditionen unterwegs sind.
00:08:04: oder können wir sehen wie viel Einlagen diese Bank eben halt auch eingesammelt hat?
00:08:10: Peter, wenn du den deutschen Einlagenmarkt jetzt im Spätsommer, in einem Satz beschreiben müsstest.
00:08:16: Erleben wir gerade noch einen normalen Kondition-Wettbewerb oder schon eine schleichende Neuverteilung des Marktes?
00:08:26: extrem verrückt zurzeit.
00:08:27: Also, ich meine wir hatten ja auch vor einiger Zeit schon mal Zinsen über vier Prozent.
00:08:32: aber da war eben halt auch der Referenzzins der EZB bei vier Prozent.
00:08:35: Ja jetzt haben wir wieder über vier prozent.
00:08:37: also wir liegen bei den Top-Zinsen Über dem, ich sag mal mittelfristigen Höchstzinsen aus der aus der letzten Hochzinsphase der EZZ B. Wir liegen drüber und der Ezz B Zins ist zwei Komma zwei fünf Prozent.
00:08:49: Und ein Indikator für die Wettbewerbsintensität ist Für uns nicht nur irgendwie wie entwickelt sich der Top Zins?
00:08:56: Absolut oder der Topfzins für die ersten fünf, sondern wie viele Banken bieten Zinsen natürlich begrenzt und Sonderzinsen über dem EZB-Zins an.
00:09:07: Und da haben wir im Moment irgendwie so um die achtzig Banken, die das tun?
00:09:09: Das ist schon echt verrückt!
00:09:11: Ja, das kann man schon nicht anders sagen.
00:09:13: ob damit den Markt neu verteilt wird, dass muss man halt tatsächlich sehen.
00:09:17: also im Moment sehen wir ja wir sehen Verschiebungen innerhalb der einzelnen Player.
00:09:23: Also es ist durchaus realistisch anzunehmen, dass die neuen Wettbewerber im Markt insbesondere jetzt auch die Chase das die Mittel eingeworben haben und wir sehen auch wo sie herkommen.
00:09:36: Die großen drei Banken inklusive ihrer Tochtergesellschaften da sind ja noch einige Tochter-Gesellschaften dabei, die auch im Direktbankenumfeld unterwegs sind, die haben eher verloren.
00:09:47: also im Moment Ja!
00:09:48: Im Moment verteilt sich das neu?
00:09:50: nicht in ihrem Umfang, aber es verteilt sich neu wie langfristig das so bleiben wird.
00:09:55: Das bleibt halt tatsächlich abzuwarten weil ja je höher der Zins desto mehr spreche ich natürlich auch zinssensitive Anleger an.
00:10:04: und dann... Muss man halt schauen, wie lange die bleiben.
00:10:07: Peter
00:10:07: da waren jetzt viele Aspekte dabei.
00:10:09: ich würde das nochmal ein bisschen aufdrücken weil wenn du jetzt über die neuen Player sprichst.
00:10:12: also da reden wir konkret über eine Chase die jetzt im Markt sind dürften einige über Thomas Müller kennen über die Werbekampagne.
00:10:19: die zahlen vier Prozent für vier Monate.
00:10:21: Revolute ist jetzt dabei sie haben sogar noch einen Schnaps obendrauf gelegt.
00:10:24: die sind jetzt bei Vier-Kommer zwei fünf Prozent für maximal vier Monate und bis von zwanzigtausend Euro.
00:10:29: Also im Kleingedruckten kann man sich auch viel austoben.
00:10:32: Die BBVA zum Beispiel und nicht so bekannt, die verzinzt das Girokonto zunächst mit drei Komma fünf Prozent.
00:10:39: Also da ist viel Bewegung wie du sagst.
00:10:41: man ist deutlich über dem normalen Einlagen Zins.
00:10:43: jetzt hast Du auch letztendlich eine Analyse gemacht Da würde ich nochmal drauf eingehen Und hast Dir die Zahlen vom ersten halb Jahr angeguckt und diese sind ja eigentlich ziemlich deutlich.
00:10:51: Die Privatkundeneinlagen von kleinen Privatbanken, die sind um fünf, fünf neun Prozent gestiegen.
00:10:57: Bei den großen Privatbanken gingen sie aber sogar im zwei, drei Prozent zurück.
00:11:00: Die Sparkassen kam ja gerade mal auf ein mickriges Plus von null, zeroneun Prozent also eigentlich seitwärts und bei dem Volksbanken ging es mit minus Null, vier Prozent einen ganz kleinen Dipp nach unten.
00:11:10: jetzt gar nicht so weil das waren viele Zahlen übergeordnet.
00:11:12: was steckt denn hinter dieser Verschiebung?
00:11:14: Was ist da eine Schlussfolgerung daraus?
00:11:19: Tatsächlich auch BBVA und Chase, ich meine das ist zwar irgendwie einerseits die größte Bankengruppe der Welt.
00:11:24: Und eine der größten Banken-Gruppen Europas aber in der deutschen Definition es ist trotzdem ne kleine Bankengruppe ja?
00:11:29: Und die haben halt tatsächlich Einlagen gewonnen dass es glaube ich recht lebensnah zu unterstellen.
00:11:35: Zu den kleinen Privatbanken gehören Aber auch eine ganze Reihe von anderen Direktbanken Die auch insbesondere am Anfang des Jahres sehr aktiv waren Wahrscheinlich im Vorgriff auf Chase und was da passieren kann, dass sie ihr da im Vorgriff schon mal Kampagnen gestartet haben und Einlagen eingesammelt haben.
00:11:51: Da reden wir über ING- und
00:11:52: Co.,
00:11:52: oder?
00:11:53: Ja genau!
00:11:54: Also ING hat tatsächlich in deutlichen Umfang netto neue Einlagen hinzugewonnen sogar auch im zweiten Quartal.
00:12:03: ja
00:12:04: Wie erkennst du denn welcher von diesen Playern gewinnt?
00:12:06: also woher weißt du denn jetzt das Zeichen wenn der Chase das stärker zieht in dem Segment?
00:12:10: Das ist eine Kombination aus A, was sehen wir in dieser Bankengruppe?
00:12:14: und B?
00:12:15: Was sehen wir an der Sichtbarkeit der Bank im Internet.
00:12:17: Ja das können wir natürlich nicht auf ne Nachkommastelle beziffern aber wir können halt sagen okay diese Bank hat wahrscheinlich Momentum im Einlagenmarkt.
00:12:24: Hart wird es dann immer erst wenn wir tatsächlich auch das verknüpfen können mit Einlagendaten der speziellen Banken.
00:12:31: Das geht für viele das geht nicht für alle.
00:12:33: Du hast ja gerade schon gesagt mehr als siebzig achtzig Banken bieten laut eurem Monitor zwischen Aktionssinsen Oberhalb des EZB-Einlagen Zinses.
00:12:41: Also das ist ja natürlich eine gewisse Entkopplung, die da stattfindet.
00:12:43: Was bedeutet das denn ökonomisch?
00:12:45: Brauchen diese Banken jetzt tatsächlich Einlagen oder betrachten sie den Aufschlag am Ende, naja ich sage es mal schlicht als ein Marketingbudget zur Kundenarquise?
00:12:53: Das ist alles möglich!
00:12:55: Wenn ich ne Zinskampagne, ne Einladenkampagne mache dann kann ich damit im Wesentlichen so drei vier verschiedene Ziele verfolgen.
00:13:04: Eine ist halt irgendwie Ja Ich brauche Einladen Also net funding stable ratio oder auch zur Finanzierung der Aktivseite, der Kreditvergabe.
00:13:11: Ich brauche einlagen dann kann ich das natürlich über den Zins recht gut steuern.
00:13:15: Das zweite ist ich möchte neue Kunden gewinnen und ich meine deutsche ist sehr zinssensitiver reagiert auf Hohe Zinssätze sehr stark.
00:13:23: Das heißt, wenn ich neue Kunden gewinne ist ein Mittel der Wahl im Prinzip ein hoher Einlagenzins.
00:13:29: Ein kostenfreies Virokonto ist quasi so die Grundbedingungen dafür.
00:13:33: also ich glaube ohne das wird es schwer in Deutschland Marktanteile zu gewinnen auch wenn viele sagen irgendwie okay die Konten werden immer teurer nicht für alle.
00:13:41: aber wenn ich Neue Kundengewinne dann geht das an der Regel auch oder dann geht dass oft über einen hohen Einlagensins.
00:13:46: Wenn ich Geld verdienen will mit den Kunden ... dann habe ich auf einmal eine ganz andere Logik.
00:13:51: Also, dann muss sich ja Mittel bis langfristig... also erstens, ich muss den Kunden irgendwie halten,... ...dann hab' ich zwei Möglichkeiten.
00:13:57: Entweder der Standard-Zins rutscht sehr stark ab so dass ich auch Zinserträge generiere,... ...also ich mein vier minus zwei Komma zwei fünf das ist jetzt nicht besonders schwer,... ...das ist nicht profitabel.
00:14:10: Ja?
00:14:10: Also alles unter zwei Kommas zwei fünf als Standard-zins wird dann langsam profitabel,... ...Das ist die eine Variante und die andere Variante ist... Ich versuche, ihm klarzumachen.
00:14:19: Guck mal ich bin nicht nur der tolle Tagesgeldbank sondern mit mir kannst du ganz viele andere tolle Dinge
00:14:23: tun.".
00:14:23: Das heißt dann kommt Cross-Selling.
00:14:25: aber das ist natürlich auch ein langfristigere Aspekt und insbesondere das kurzfristige Ziel Zinsertrag ins Positive zu drehen ist natürlich sehr schwierig weil je stärker die Differenz zwischen dem Sonderzins und dem Standardzins der danach ankommt desto höher die Wahrscheinlichkeit dass die Mittel wieder abfließen.
00:14:42: weil ich ja gerade zinssensitive Kunden angezogen habe und akquiriert habe.
00:14:46: Wenn wir jetzt mal uns die drei,
00:14:47: z.B.,
00:14:47: die ich im Genannt hatte, mal angucken eine Chase, eine Revolute, ne BBVA alle auch relativ digital unterwegs um das mal so zusammen was würdest du denn sagen?
00:14:55: ist da aus deiner Sicht das eigentliche Ziel?
00:14:57: geht es da wirklich immer erst einmal möglichst viele Einlagen zu generieren?
00:15:00: geht's da auch um möglichst viele App Downloads also um die Infrastruktur ein Stück weit auf das Smartphone was ja von vielen dass das Herzstück im Alltagsleben ist zu kommen geht es darum eine dauerhafte Hauptbankverbindung.
00:15:11: Da weiß ich, dass das für einer BBVA oder so natürlich auch für die wichtig ist.
00:15:15: aber ob man das dann gleich macht oder eine Revolute haben ja auch gewechselt, dass deine deutsche E-Bahn drin ist über die dann später Karten, Wertpapiere, Kredite verkauft werden können also... Ist das bei allen Banken das gleiche Ziel?
00:15:25: Hat jeder doch ein bisschen anderen Approach?
00:15:27: wie nimmst du das wahr?
00:15:28: Naja, das Ziel ist schon für alle drei Wachstum in Deutschland.
00:15:31: was alle drei gemein haben ist, dass sie... Ich sag mal diese Neobankenwelle eigentlich verpasst haben in Deutschland.
00:15:38: Also ich sage mal andere Banken haben es halt geschafft, in Deutschland zu wachsen über Usability, über User Experience einfach eine ganz viel einfache Art Banking zu betreiben.
00:15:47: so und damit haben andere Banken in Deutschland Millionen von Kunden akquiriert.
00:15:51: aber die Welle ist vorbei
00:15:52: Die Direktbanken.
00:15:53: Ja, die Direktbanken aber eben halt auch die Neobanken in der zweiten Welle und diese dann nochmal neu gemacht haben.
00:15:59: also man usability haben wir jetzt eigentlich.
00:16:01: oder user experience haben wir es eigentlich bei allen Banken auf ein vernünftiges Niveau gehoben.
00:16:06: nicht dass du.
00:16:06: trotz haben diese bank Millionen von Kunden akquiriert.
00:16:08: Aber diese Welle ist vorbei.
00:16:09: Also über User Experience wird man kaum noch jemanden gewinnen können.
00:16:13: Das heißt, ich habe nur die Möglichkeit über attraktive Kondition und Überwerbung zu wachsen.
00:16:17: wenn ich in Deutschland wachsen will Und wir reden hier immerhin über den größten Markt Europas Wenn ich in deutschland oder europa wachsen Will Dann habe ich eigentlich keine andere Wahl als erstmal mit sehr attraktiven Zinsen in den Markt zu gehen.
00:16:29: Wir sehen ja auf der einen Seite dann diese Aktionszinsen von den mehr als vier Prozent, auf der anderen Seite bekommen ja ganz viele Bestandskunden ja auch weiterhin fast nichts muss man ja mal sagen.
00:16:37: also die Zinswende ist ja bei einigen immer noch nicht angekommen.
00:16:40: entsteht da gerade ein zweigeteilter Einlagenmarkt so ich sage mal aus einer kleinen extrem zinssensible Gruppe und dann doch irgendwie so eine großen erstaunlich Trägenmehrheit?
00:16:50: Ja, also zumindest eine Zweiteilung ist natürlich da.
00:16:52: Also es gibt einmal den Bereich der Kunden die sehr sehr loyal Träge sind und die auch bei ihrer Bank bleiben egal welche Konditionen sind.
00:17:00: häufig korreliert das auch so ein bisschen mit Alter?
00:17:03: Also je älter ich bin, desto weniger bin ich eigentlich bereit nochmal einen Konto zu wechseln.
00:17:08: aber es gibt natürlich auch den Bereich Der sehr sehr zinssensitiven.
00:17:14: wird ja häufig so als leicht despittierlich, als Zinshopper.
00:17:16: Senden wir sie mal zinsoptimierer.
00:17:18: die sind sehr preissensitiv.
00:17:19: klar das ist ein anderen Akt und es ist eine Herausforderung mit diesen Kunden Geld zu verdienen.
00:17:27: nun haben aber auch alle Banken Das verstanden.
00:17:32: Da versuchen die an jeder Stellschraube zu optimieren, also eine Zweiteilung des Marktes ist auf jeden Fall da.
00:17:36: was wir auch sehen wird ja häufig auch statistisch in einen Korb geworfen ist das Guthaben auf dem Girokonto und das ist natürlich irgendwie etwas was ich als Bank extrem gerne haben will weil aller Regeln nicht verzinst ist.
00:17:51: Aber
00:17:51: du hast es ja gerade gesagt, die digitalen Einlagen kann man heute innerhalb weniger Sekunden verschieben und die Zinshopper oder die Zinzoptimierer wie du sie jetzt genannt hast.
00:17:58: also ich frage mich immer sind das für Banken jetzt wirklich begehrte Neukunden?
00:18:02: Oder sind das eher so die Speeddata des Bankgeschäfts, die aber nach vier Monaten auch wieder weg sind?
00:18:07: Könnt ihr anhand von euren Daten erkennen, wie viel von den eingesammelten Einlagen wirklich dauerhaft bleibt?
00:18:12: Wir haben da eine sehr profunde Meinung zu.
00:18:16: Von Bank-zu-Bank ist es unterschiedlich, natürlich abhängig von der Klientel die ich habe.
00:18:21: bis auf die zweite Nachkommastelle können wir das nicht rechnen aber wir sehen im Prinzip wie viel gewonnen wird und wieviel wieder abfließen.
00:18:28: sind da Speeddata?
00:18:29: ja ich meine das ist zum Teil so dass die Kunden und die Zinsoptimierer dann den nächsten irren Zins suchen Schufereintrag oder was auch immer eben halt in Kauf nehmen.
00:18:39: Die Kunst ist es tatsächlich, die Kundschaft über Zinsen zu akquirieren.
00:18:43: Die länger bei mir bleibt und nicht nur Zinshoffer ist.
00:18:46: Deshalb gibt es viele Angebote mit vielen Sternchen.
00:18:48: Also Kreditkarte muss so oft eingesetzt werden.
00:18:50: Ein neues Konto muss eröffnet werden usw.
00:18:53: Damit versucht man natürlich eine erste Bindung im Prinzip aufzubauen mit einem Kunden.
00:18:58: Und
00:18:58: über einen ganz dicken Daumen gepeilt?
00:18:59: Wenn du sagst ihr habt dann ne profunde Meinung wie viel klappt das?
00:19:03: Es ist unterschiedlich von Bank zu Bank Und es ist unterschiedlich, also man kann eigentlich keine One-Two-Spits Allzahl dafür geben.
00:19:08: Aber wenn man mit einem sehr hohen Zins in den Markt geht und dann der Anschlusszins sehr niedrig ist, dann kann man schon davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Gelder wieder abschließen wird über Zahlen.
00:19:17: Wie schnell
00:19:17: reagieren denn die etablierten Banken eigentlich darauf?
00:19:20: Also seht ihr an euren Daten bereits das Institute ihrer Kondition oder ihre Kampagnen vielleicht sogar die Produktgestaltung jetzt wegen einer Chase, wegen einer Revolute verändern?
00:19:30: Ja, das sehen wir!
00:19:31: Das haben wir auch im gesamten Markt gesehen.
00:19:33: Wir haben gesehen irgendwie Chase kommt mit vier Prozent in den Markt.
00:19:35: Und dann irgendwie, ups!
00:19:37: Zwei, drei Tage später waren Deutsche Banken mit demselben Zins im Markt.
00:19:40: Das war natürlich nichts anderes als zu gucken, ich möchte die mal von den einzelnen Ranglisten der Topposition runterkicken.
00:19:46: Das ist sehr zeitnah reagiert.
00:19:48: Die sind jetzt wieder raus aufs Markt?
00:19:50: Aber das war sehr Zeitnah.
00:19:52: Wer würdest du sagen bewegt mehr Einlagen?
00:19:54: ein zusätzlicher Prozent Zinsen oder Thomas Müller?
00:19:58: Ist schwer aber der Werbedruck ist natürlich einer der erheblichen Faktoren.
00:20:02: Also wenn ich jetzt große Kampagnen schalte im Fernsehen, dann ist das etwas was auch Einlagen bewegt.
00:20:07: Ja mit bekannten Testimonien.
00:20:09: Das muss nicht mal nur Thomas Müller sein da gibt es ja auch andere Beispiele.
00:20:12: Jetzt bleiben wir bei Thomas Mülla.
00:20:13: der macht er für Chase Werbung.
00:20:14: Chase lässt ihr einladen bis zu einer Million Euro zu während Revolut zum Beispiel den Aktionszins auf Wenn ich's richtig gesehen habe auf twenty fünf tausend Euro begrenzt zeigt sich darin man sieht doch einen Unterschied zeigt sich daran bereits dass beide Anbieter ja völlig unterschiedliche Kunden und noch Ziele haben.
00:20:32: Naja offensichtlich ist es so, dass Drehvolute sagt irgendwie kleine Wallets sind für uns vollkomokierend.
00:20:36: Ist das was wir haben wollen?
00:20:37: Eine Million ist schon eine hohe Grenze.
00:20:40: Das muss man schon sagen.
00:20:41: Das ist weit über dem, was wir normalerweise sehen.
00:20:43: Aber es kann natürlich auch sein irgendwie, dass man sagt Wir versuchen mittelfristig mehr in so einem Private Banking Ansatz zu fahren und dann sind uns natürlich, ich sag mal vermögendere Kunden auch sehr willkommen.
00:20:54: Erstaunlicherweise ist das etwas, Europa und weltweit auch für Revolut gerade sehen.
00:20:59: Also es hat sich jetzt in dem Zins-Angebot noch nicht niedergeschlagen, aber das ist halt die Frage.
00:21:03: Ist Private Banking eine Strategie den Kunden zu unitarisieren?
00:21:07: Dann nehme ich eben auch gerne jemanden der mehr Geld hat.
00:21:10: Genau dass man das jetzt am Anfang quasi kalkuliert wie eine klassische Zinsextrakosten mit einer klassischen Marketingkampagne oder eine Kundenwerbung Kundenaktion oder was auch immer es als sonst gibt.
00:21:18: Genau also die hohen Zinsen werden am Anfang natürlich irgendwie... So wie ein Marketing-Budget.
00:21:23: Das sind die Wachstumskosten, ob die nun im Marketing investiert werden oder über den Zins oder in der Regel über Beides.
00:21:29: gerade wenn man ambitionierte Wachsungsziele hat das ist dann nachrangig.
00:21:32: aber das sind natürlich Investitionen in die Wachtungsphase des Unternehmens.
00:21:37: Lass uns nochmal ein bisschen die Vogelperspektive einnehmen.
00:21:39: Du bezeichnest ja die großen Privatbanken in der Analyse dann schon am Ende trotzdem als klare Verlierer, aber ich habe mich gefragt ist eine Bank dann ein Verlierers wirklich wenn sie wenn Sie bewusst am Ende auch auf teure Einlagen verzichtet und dafür auch ihre Marge schützt?
00:21:52: also wofür läuft da für dich die Grenze zwischen einer strategischen Disziplin und einem verschlafenem Wettbewerb?
00:21:59: Das ist von außen schwer zu sehen.
00:22:00: Also was wir sehen, ist natürlich im Bezug auf Marktanteile.
00:22:02: kurzfristig gab es erstmal einen Abrieb bei den großen Privatbanken und wie gesagt da gehören auch die Direktbanken-Töchter mit dazu.
00:22:08: also da gab's einen Abrrieb.
00:22:09: Wenn wir uns alle deutsche Banken angucken dann macht ein über achtzig Prozent fahren genau die Strategie die du angesprochen hast.
00:22:16: Die sagen wir machen eigentlich auf der Zinsseite nix ja?
00:22:19: Und das ist natürlich erst mal und kurzfristigt ertragsoptimierend.
00:22:25: aber diesen zusätzlichen Ertrag den ich heute generiere je nach Kundenstruktur, also je nachdem wie loyal oder illojal der Kunde ist habe ich halt mehr oder weniger Abrieb.
00:22:34: Das heißt, ich kaufe mir diesen Ertrag heute mit einem geringeren Wachstum in der Zukunft.
00:22:40: und wenn wir uns die ganz kleinen Filialbanken angucken da haben wir einen natürlichen Abrrieb eigentlich immer.
00:22:47: und einer der Punkte ist natürlich dass jemand der zinssensitiv oder zinsoptimierend unterwegs ist, der ist bei einer kleinen Filiale Bank einfach nicht perfekt aufgehoben.
00:22:54: aber das ist der Trade-off.
00:22:56: Wie lange kann man sich denn als Bank auf die Bequemlichkeit der Kundschaft verlassen, bevor am Ende irgendwann aus einer Bequemerkeit eine neue Banking-App wird?
00:23:03: Es kommt darauf an wie meine Kundenstruktur aussieht.
00:23:07: Ich habe gesagt das korreliert häufig mit Alter.
00:23:08: dann kann man sie irgendwie im Prinzip anschauen.
00:23:11: wie alt ist meine Kundschaft und wie verändert sich meine Kundschaft allein durch die Demografie wenn Sie ein bestimmtes Klientel was vielleicht auch ein bisschen älter ist ansprechen.
00:23:21: Die sind null sensitiv für neues Feature in der Banking App.
00:23:25: Die sind halt einfach da und sind da, bis sie nicht mehr da sind.
00:23:29: Peter jetzt muss man ja sagen hohe Tagesgeldzinsen, die konkurrieren ja nicht nur mit anderen Banken sondern am Ende auch mit Geldmarktfonds, mit kurzlaufenden Anleihen, auch mit den entsprechenden ETFs also diese Cash-ETF's.
00:23:39: wer verliert denn mehr Geld an die ganzen neuen Angebote?
00:23:41: Sind das die klassischen Banken oder ist es die Fondbranche?
00:23:44: Na ja erstaunlicherweise ist es so dass wenn wir uns das erste Quartal angucken das war jetzt kein... Also trotz der wirklich verrückten Zinsen, die bezahlt werden war das kein besonders dynamisches Wachstum im ersten halb Jahr.
00:23:52: Das erste Halbjahr ist immer wachstumsschwächer weil im zweiten halbjah kommt sowas wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld usw.
00:23:59: Das heißt das zweite halb jahr ist eigentlich das wo mehr Einlagen neu gesammelt werden.
00:24:03: also es war kein ihres erstes halbjaer.
00:24:05: Also hat da jemand verloren weiß ich nicht.
00:24:08: was ich sehe is dass in anderen Ländern ist ja dieser Geldmarkt von Bereich extrem attraktiv.
00:24:14: Das spielt in Deutschland nur sehr punktuelle Rolle, in diesem Punkten auch vielleicht dann stark.
00:24:21: Aber grundsätzlich deutschlandweit, landesweit spielen Geldmarktfonds keine große Rolle.
00:24:26: In den USA wo wir tatsächlich irgendwie Krisen-Szenarien aufgemalt haben.
00:24:30: wenn so und so viel Geld im Geldmarktfonds abfließt von den Banken was bedeutet das für die Einlagenstrategie der Banken
00:24:36: usw.,
00:24:36: dass alles erst etwas was in Deutschland noch nicht stattgefunden hat und vermutlich auch nicht stattfinden wird?
00:24:40: Vielleicht auch, weil wir eben diesen Zins optimierer Markt haben mit vernünftigen Konditionen die ja eigentlich in einem Geldmarktfonds nicht nachstehen teilweise sogar deutlich überliegen.
00:24:50: Lass mal noch den Blick nach vorn machen!
00:24:51: Bleibt der Kampf auf das Tagesgeld beschränkt?
00:24:54: oder glaubst du, wir erleben als nächstes auch denselben Wettbewerb bei Giro-Konten?
00:24:58: Bei Wertpapieren und bei Krediten am Ende auch?
00:25:00: Also grundsätzlich eine Hypothese ist, der Markt wird preisensitiver.
00:25:04: Also sinkende Preise sind ja eigentlich etwas was wir im Bankenmarkt, im Kapitalmarkt immer gehabt haben.
00:25:10: Da haben mich immer nur gelegt, wie viel stärker fallen die Margen?
00:25:13: Und dann gab es eine große Ausnahme und das waren die Phase der niedrig negativ Zinsen der EZB wo auch einmal alle Banken gesagt haben irgendwie ich fange jetzt mal an mein Virokonto zu bepreisen.
00:25:24: Die Preise, die Gebühren für das Viro-Konto sind immer noch da und jetzt sind die Zins auf einmal zurück.
00:25:28: aber wir haben schon aggressive Player im Markt kostenfreie, gebührenfreie Giro-Konten anbieten.
00:25:37: Wir haben das im Bereich Wertpapiere extrem bei den Neobrokern also ein Euro Order und so weiter und sofort.
00:25:44: Also es gibt einen erheblichen Preiswettbewerb nicht nur beim Tagesgeld sondern wir haben denen beim Girokonto.
00:25:51: der Konsens zu sein scheint irgendwie.
00:25:53: eigentlich gibt es keine kostenfreien Giro Konten mehr.
00:25:55: doch die gibt es!
00:25:56: Und die wachsen auch wie verrückt.
00:25:58: Also das ist, glaube ich eine Falsch-Darstellung oder ein falsches Verständnis des Marktes.
00:26:02: Und wenn ich in Deutschland wachsen will, der gehört, dass kostenfreie Girokonto gehört zur Grundausstattung?
00:26:05: Wenn ich das nicht habe, hab' ich ein Problem.
00:26:08: und dasselbe haben wir wie gesagt auch bei den online Strichstrich Neobrokern.
00:26:13: Auch da haben wir einen Preisbettbewerb und es ist immer die Frage, wie lange kann ich mit meiner Kundenstruktur die höheren Konditionen und Preise verteidigen?
00:26:21: aber verteidigend muss sich sie und gewinnen tue ich nix
00:26:23: Peter!
00:26:24: Wir sind kurz vom Ende.
00:26:25: Die Bundesliga ging vor kurzem wieder los.
00:26:27: Wenn der Einlagenmarkt die eine Bundesligatabelle wäre, wer würde es so sagen?
00:26:30: Wer spielt da gerade um die Meisterschaft und wer steckt schon mit einem Abstiegskampf?
00:26:34: Also jetzt haben wir einen extremen Ausschlag in den Konditionen aber ich denke schon dass der Markt strukturell über Zeit preissensitiver wird und das die Margen halt dünner werden.
00:26:44: Das gilt sowohl für den Zinshopper-Markt als auch in Verzögerung mit dem Markt des Tagesgeldes wo eben nicht unbedingt Zinsoptimierer unterwegs sind.
00:26:52: also wenn wir dieser These folgen dann muss ich eine sehr, sehr gute Kostenstruktur als Bank haben.
00:26:59: Ja das heißt, ich muss eine Infrastruktur haben die kosteneffizient ist und ich muss sie über Economies of Scale über möglichst viele Kunden verteilen Und das haben Banken in Deutschland schon mal vorgemacht.
00:27:09: wie so was geht?
00:27:11: Ich denke dass es ein bisschen die Blaupause für den Erfolg der neuen Anbieter werden auch so machen wollen.
00:27:17: Das ist aber auch der Weg in den es hingehen muss.
00:27:19: Die Stück Kosten werden auf einmal exorbitant Das ist ja kein Hexenberg, also ich meine das ist jetzt nicht irgendwie dass sich da Risiko bepreisen müsste.
00:27:28: Ich habe da keine Risiko!
00:27:30: Also da ist jetzt irgendwie mein Risk.
00:27:32: Funktion kann nicht ein Wettbewerbsvorteil sein.
00:27:37: Also ich denke man kommt über eine effiziente Kostenstruktur idealerweise verteilt über viele Kunden.
00:27:43: Da kommt man nicht dran vorbei und das werden vermutlich auch die Gewinner sein.
00:27:47: Peter, letzte Frage für jemanden der so viel sich immer die ganzen Einlagenzinsen anguckt?
00:27:51: Wie handhabt du denn das selbst?
00:27:53: Bist du da also das Konto ganz treu oder wechselst du da auch mal meinen her?
00:27:56: oder gibt es da auch ein Angebot wo selbst Peter Barco kurz überlegt war das Smartphone heraus zu holen?
00:28:01: Naja ich glaube ich bin irgendwo da in der Mitte.
00:28:03: Also ich mach' das schonmal aber ich jag' nicht die letzte Nachkommastelle den letzten Basispunkt.
00:28:09: Vielleicht könnte ich da etwas mehr machen.
00:28:11: ja
00:28:13: Peter, vielen Dank für den spannenden Einblick hinter die Kulissen des Zinskampfs.
00:28:16: Also wir wissen jetzt dass vier Prozent nicht einfach vier Prozent sind und wer am Ende wirklich gewinnt das sehen wir wenn der Lockzins quasi abgelaufen ist.
00:28:23: Danke dir für deine Zeit und auf das Gespräch!
00:28:25: Gerne danke viel einladen.
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